Mittwoch, 25. März 2009

Lutherische Kirchen in Chile

Die Spaltung der Lutherischen Kirche in Chile ist politisch motiviert und hat ihren Ursprung in der Militärdiktatur von Pinochett.

Kurzgefasst aus dem sehr guten und gemeinsamen verantworteten Artikel der beiden lutherischen Kirchen:
  • Die spanischsprechende Chilen, meist von der Diktatur elementarer Betroffen, haben die Menschrechhtsverletzungen der Diktatur angeprangert. Sie bilden seit jeher IELCH: www.lareconciliacion.cl .
  • Die deutschsprechende Chilen, meist von der Diktatur bevorzugt, wollten Kirche und Politik strikte trennen und setzten stattdessen für den diakonischen Auftrag der Kirche ein. Sie gründeten neu ILCH: www.iglesialuterana.cl (hier gibt es noch Pärparandenunterricht und Konfirmandenunterricht als Bezeichnung)
  • Einen eigenen Weg ginden 2 Gemeinden des Südens: Die Gemeinden von Valparaiso und Puerto Montt behielten nach ihrem Austritt aus der IELCH ihre Unabhängigkeit und bildeten als selbstständige Gemeinden die Union Lutherischer Gemeinden (ULG): http://comdelsur.blogspot.com/. Mit Gottesdiensten in Frutilla, Llanquihu, Pto.Montt. Hier wirkt Pastor Siegfried Sander.
Lässt sich Diakonie und Politik trennen? Eine brisante Frage, die sich ständig wiederholt. Können wir z.B. durch HEKS Gelder für die Betroffenen der Urwaldabholzung und Misswirtschaft mit Soja für Brennstoff sammeln und verteilen, und dabei das politische System der Grossgrundbesitzer einfach stillschweigend akzeptieren und damit auch zu fördern?

1 Kommentar:

APO hat gesagt…

Ja, das mit der Geschichte der lutherischen Kirchen in Chile ist nicht so einfach: dieses Verhältnis von deutschsprechneden Chiledeutschen und spanischsprechenden Chiledeutschen; zwischen denen die Kirche lange (nur) als Kulturträger sahen und denen, die in Kirche die Gemeinschaft derer die glauben seheh und diesen Glauben auch in das tägliche Leben und damit in die Politik tragen. Die Frage nach der Grenze(gibt des die?) diakonischer Tätigkeit - und wo diese liegt?(wenn es in der Geldbörse wehtut oder wenn man nicht mehr schlafen kann ob Ungerechtigkeit und Unterdrückung). Schwierig schwierig. Und es waren schlussendlich diese Fragen, welche die lutherischen Kirche in Chile, die IELCh 1974/75 trennten. Ich lese gerade Helmut Frenz: Mi vida chilena, Erschienen bei LOM, und es kommt mir Manches in den Sinn, was mir Gemeindeglieder von La Reconcilacion noch vor 10 Jahren erzählt haben: Wir mussten reagieren, angesichts dessen was da geschehen ist.
In der Zwischenzeit die IELCh auf dem Weg mehr und mehr eine spanischsprechende Kirche zu werden. Noch gibt es deutschsprachige Gottesdienste in Santiago und in Concepcion, die übrigen 10 Gemeinden werden von spanischsprechendne Pastoren geleitet.
Was das für die IELCh heisst, möchte ich im Laufe der nächsten Zeit mit mit Gloria Rojas, der Pastora Presidente besprechen.
Mehr dazu dann in meinem Blog www.apo73.blogspot.com