Donnerstag, 29. Dezember 2011

Europäisches Jugendtreffen Taizé in Berlin

Frère Alois heute beim europäischen Jugendtreffen von Taizé in Berlin: "Sollten die Sorgen in unserem Leben auch übermächtig werden, rufst Du Heiliger Geist uns auf Dir unsere Leid und unsere Not anzuvertrauen und uns ganz Dir zu überlassen."

Infos zum Treffen:




Frère Alois: "Du segnest uns Gott allen Trostes. Du sagst zu jedem Menschen überlasse Dich schlicht dem Heiligen Geist, Dein geringer Glaube ist dafür genug."

Predigt von Frère Alois am 29. Dezember - so gut es geht nachgeschrieben

Was bedeutet es an Gott zu glauben und Gott zu vertrauen?

In Jesus kommt Gott auf uns zu - er will jeden Menschen nahe sein. Müssen wir aber nicht eher erkennen, dass wir nichts oder sehr wenig von der Gegenwart Gottes spüren. Für viele trifft das zu oder stimmt für manche Zeiten in unserem Leben. Aber bleiben wir nicht bei dieser Feststellung stehen. Gehen wir tiefer, Um die Gegenwart Gottes in uns zu Empfangen, sind wir nicht einzig auf unsere Gefühle angewiesen, Gott appelliert auf unsere Fähigkeit Vertrauen zu schenken, sei sie auch ganz gering. Konkret kann das heissen, Augenblicke finden, an denen unsere Sorgen an die zweite Stelle rücken, um eine Art inneren Freiraum aufzutun, in den Gott kommen kann. Selbst wenn wir nur eine Leere spüren kommt der Heilige Geist und unmerklich kann sich das Vertrauen auf Gott in uns ausweiten. Dies erfordert auf ein Gottesbild zu verzichten, das stehst auf unsere unmittelbaren Bedürfnisse antwortet. Das kann für uns hart sein, insbesondere, wenn wir uns der Absurdität des Leidens zu stellen haben. Das Evangelium verlangt uns einen anspruchsvollen Sprung ab, eine radikale Umkehrung des Bildes das wir von Gott haben. Erkennen, dass Gott sich verletzbar macht, heisst, dass er darauf angewiesen ist, geliebt zu werden. Seine Liebe zu uns beinhaltet die Frage: Und Du, liebst Du mich? Indem er zu uns sagt, dass seine Liebe für uns zählt, erkennt Gott die Grösse unseres Lebens und unsere Freiheit an. Damit gibt Gott selbst dem benachteiligten Menschen die Würde zurück und wird ihm gerecht. Wir alle können unsere Liebe zu Gott sagen, vielleicht nicht mit erhabenen Gefühl sondern einfach zu ihm sagen: Du weisst, dass ich Dich liebe, dass ich im Vertrauen auf Deine Gegenwart leben will. Im Gebet vereint sich stehst etwas vom Himmel und der Erde. In solchen Momenten des Gebetes spüren wir nicht unbedingt unmittelbar die Wirkung, aber Gott schenkt uns den Heiligen Geist und das Leben aus Gott kann in uns keimen, wachsen und unsere Gedanken und Taten inspirieren. So lassen wir uns in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen immer mehr durch die Lieben bestimmen, die Gott uns entgegen bringt und nicht durch die Angst oder Verteidigungsreaktion. Das Vertrauen das Gott in uns legt, wird zum Strahl der Güte für alle die uns anvertraut sind, zur Quelle der Solidarität mit den Nächsten. Das Gebet weitet unseren Horizont. Gott kann mitten in den Widersprüchen des Lebens eine Flamme der Hoffnung und der Freude entzünden. Ein solches Gebet nähert uns zu Gott und verändert unsere Blick auf die Welt. Die Liebe Gottes möge uns berühren, so dass unser Leben zu einem Leben für die anderen wird.

Gebet von Frère Alois am 28. Dez:
Jesus Christus sollten wir auch wenig von Deiner Gegenwart spüren, dass uns nicht vergessen, dass Dein Heiliger Geist immer in uns ist.

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