Mittwoch, 6. Februar 2013

Sinus Milieus

Sinus Milieus hat die kirchliche Landschaft erreicht. Hier eine Zusammenfassung von Andreas G äu mann, Pfarrer in Steckborn, unter Verwendung von

Weitere Infos dazu vgl. http://www.publisuisse.ch/106469


Kurzcharakteristik der SinusMilieus® in der Schweiz Etablierte Milieus
Arrivierte
Die selbstbewusste gesellschaftliche Elite: Pflege eines distinguierten Lebensstils auf höchstem Niveau; Verbindung von modernem Wirtschaftlichkeitsdenken mit genussbetonter Lebensführung
Postmaterielle
Die kritischen Intellektuellen: Ausgeprägtes Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit; tolerante und kosmopolitische Grundhaltung; vielfältige kulturelle Interessen
Mainstream-Milieus / Milieus der Mitte
Status-Orientierte
Die aufstiegsorientierte, statusbewusste Mittelschicht: Intensives berufliches Engagement zur Erreichung angese- hener sozialer Positionen; Beachtung gesellschaftlicher Konventionen
Bürgerliche Mitte
Der Status-quo-orientierte Mainstream: Wunsch nach einem harmonischen Familienleben in gesicherten materiel- len Verhältnissen; Integration ins soziale Umfeld
Traditionelle Milieus
Traditionell-Bürgerliche
Das traditionelle (Klein-)Bürgertum: Hohe Bedeutung konservativer Wert- und Moralvorstellungen; Wunsch nach Sicherheit, Ordnung und sozialer Anerkennung
Genügsame Traditionelle
Die teilweise ländlich geprägte traditionelle Arbeiterkultur: Familie, Kirche und Gemeinde als Orientierungsrahmen; Bescheidenheit und Einfachheit in der Lebensführung; Wunsch nach Wahrung des Status-quo
Moderne Unterschicht / Benachteiligte Milieus
Konsumorientierte Arbeiter
Die materialistisch geprägte moderne Unterschicht: Gefühl sozialer Deklassierung; Orientierung an den Konsum- Standards der Mittelschicht
Eskapisten
Die Spass-orientierten Unangepassten: Suche nach starken Erlebnissen und Kicks; Verweigerung gegenüber den Konventionen der Leistungsgesellschaft; kurzfristige Lebensplanung
Postmoderne Milieus
Moderne Performer
Die jungen Erlebnis- und Leistungsorientierten: Streben nach Autonomie und Selbstverwirklichung; Verbindung von beruflichem Erfolg und intensivem Leben; Early Adopters bei technologischen Entwicklungen
Experimentalisten
Das kreative, individualistische Jugendmilieu: Neue Erfahrungen, intensive Erlebnisse und Spontaneität; Wunsch nach ungehinderter Selbstentfaltung; Offenheit für unterschiedlichste kulturelle Einflüsse

Quellen:
Text oben: aus der Sinusstudie „Lebenswelten. Modelle kirchli- cher Zukunft“. Zürich 2012 (S. 13)
Text unten: ebenfalls aus der gleichen Studie S. 33. Grafik: Internet, Sinus- Sociovision 


 Die Sinus Milieus® in Deutschland 

Im Folgenden finden Sie kurze Einführungen zu den einzelnen Milieus. 

 Nur noch zwei Milieus in Kirche

Nicht nur in innerkirchlichen Kreisen ist die Sinus Milieu Studie® zurzeit in aller Munde. Dabei sind die so genannten Sinus-Milieus nicht neu. Seit fast 25 Jahren wird die Entstehung und Entwicklung von lebensweltlichen Milieus in Deutschland u.a. vom Heidelberger Institut Sinus Sociovision® beobachtet und beschrieben. Neu ist für viele vielleicht, dass z.B. die Werbebranche seit etlichen Jahren mit diesem Instrument arbeitet um ihre Produkte bei den gewünschten Adressaten zu platzieren. Neu und auch ein wenig beängstigend könnte es für Nutzer der Karten-Materialien, die ergänzend zum Handbuch "Religiöse und kirchliche Orientierungen in den Sinus-Milieus 2005©" erworben werden können, auch sein, zu sehen, wie genau soziologische Forschung mittlerweile nicht nur Menschen beschreiben, sondern auch geografisch verorten kann.

Katholische Kirche ist in der Gesellschaft immer weniger präsent. Sie ist nur noch in maximal drei von zehn lebensweltlichen Milieus in Deutschland beheimatet; in Pfarrgemeinden lassen sich nur noch in zwei, maximal zweieinhalb identifizieren. Mit diesem Ergebnis bestätigt die Sinus-Milieu-Studie®, die durch die Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegeben wurde das, was gesamtkirchlich zu vermuten und in vielen Kirchengemeinden in den vergangenen Jahren schon augenfällig war. 
Anwendung in der pastoralen Planung.
Für die Katholische Kirche liegt der Erkenntnisgewinn der Sinus Milieu Studie® gegenüber bisherigen Analyseversuchen darin, dass sehr viel deutlicher wird, welche Menschen aus welchen Gründen 'kirchenfern' sind und wer sich warum zur Kirche bekennt.
Auch hilft die Studie einen Perspektivwechsel zu vollziehen: die zehn befragten Milieus richten ihren Blick auf die katholische Kirche und formulieren Ansprüche und Anfragen. So gelesen, verhilft die Studie zu einem geschärften Blick und motiviert zu neuen Überlegungen in der Planung der Pastoral.  

Die Milieus im Kurzüberblick

Nachfolgend finden Sie einen Kurzüberblick über die Sinus Milieus®
Bürgerliche Mitte: Die „Bürgerliche Mitte“ bildet den Kern der Gesellschaft und ist mit etwa 16 Prozent der Bevölkerung auch das größte der sozialen Milieus. ... mehr 

Moderne Performer: In der Grafik sind sie am rechten oberen Rand angesiedelt, dort, wo sich die Linien „gesellschaftliche Oberschicht“ und „Experimentierfreude“ überschneiden: die „modernen Performer“   ... mehr

Etablierte: Sie bilden die Elite der Gesellschaft. Neben dem Streben nach beruflichem Erfolg und hohem Lebensstandard gilt ihnen ein intaktes Familienleben als wichtigstes Lebensziel. ...  mehr 

Postmaterielle: Postmaterielle sind ausgeprägte Individualisten. Sich selbst Freiräume schaffen, Weltoffenheit und Toleranz sind die hervorstechendsten Merkmale dieser Gruppe, die unter allen zehn sozialen Milieus über den höchsten Anteil von Personen mit Abitur oder Hochschulabschluss verfügt. ... mehr 

Konsummaterialisten: Man möchte anerkannt sein, als „normaler Durchschnittsbürger“, dazugehören, sich etwas leisten können, hat aber häufig das Gefühl von Benachteiligung – und ist entsprechend frustriert. Das Milieu-Handbuch hebt charakterisierend weiter hervor, dass die eingeschränkten eigenen Möglichkeiten oft zu Abgrenzungsbemühungen gegenüber Randgruppen und Ausländern, „die noch tiefer stehen“, führten.   ... mehr

Konservative: Sie treten ein für Bewahrung von Werten, von Traditionen und Institutionen. Wichtig ist ihnen ein „humanistisch geprägtes Pflichtethos und gesellschaftliches Verantwortungsgefühl, das unter dem ‚Verfall der Werte und guten Sitten‘ leidet“, hebt das Milieu-Handbuch hervor. ... mehr

Traditionsverwurzelte: Der „Status quo“ ist für Traditionsverwurzelte die wichtigste Orientierung. ... mehr

Experimentalisten: Die etwa acht Prozent der Bevölkerung, die die Gruppe der Experimentalisten ausmachen, zeichnen sich durch eine ausgeprägte Neugier aus: ... mehr 

Hedonisten: Ausbrechen aus den Zwängen des Alltags: frei, ungebunden und anders sein als die „Spießer“ – das sind typische Zielvorstellungen der Hedonisten, die etwa elf Prozent der Bevölkerung ausmachen. ...  mehr

DDR Notalgiker: Laut Milieu-Studie sehen sich DDR-Nostalgische als „Verlierer der Wende“ und „Menschen zweiter Klasse“, die zugleich alte Werte des Sozialismus wie soziale Gerechtigkeit und Solidarität betonten... mehr

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