Freitag, 21. Februar 2014

Theologie Professor Wilfried Härl

In einem Bericht erfreulich auf diesen Autor gestossen. Er schreibt einerseits über Attraktivität der Gemeinden und dann aber auch über die Unverfügbarkeit.
  1. Attraktiv sind Gemeinden, wenn in ihnen etwas zu finden ist, was man sonst (z. B. in den Medien, in der alltäglichen Kommunikation, im Arbeits-, Geschäfts- und Berufsleben) nicht findet, weil man in ihnen etwas erleben kann, was es sonst nicht gibt. Das Alleinstellungs- merkmal der Kirche im Unterschied zur Konkurrenz um Marktanteile ist die Verkündigung des Evangeliums.
  2. Attraktiv sind Gemeinden, wenn in ihnen etwas vom Heiligen erlebbar wird, das ausstrahlt in ihre alltägliche Lebenswelt, d. h. wenn sie ernsthaft damit rechnen, dass es in ihnen zur Begegnung und Gemeinschaft mit dem Gott kommt, der in Jesus Christus Mensch geworden ist. Mut zu einer geistlichen Identität im Gegensatz zu Profanisierung und Anbiederung.
  3. Attraktiv sind Gemeinden, wenn in ihnen sorgfältig und liebevoll vorbereitete Gottesdiens- te gefeiert werden, die von der Begegnung mit dem Wort Gottes herkommen und zu ihr hin- führen d. h., in denen man Sakrament und Wort empfängt, betet und singt, und den Segen Gottes zugesprochen bekommt.
  4. Attraktiv sind Gemeinden, die Gelegenheit bieten, sich zu engagieren und sich mit eigenen Begabungen und Kräften einzubringen, und wenn sie dafür Wertschätzung erfahren.
  5. Attraktiv sind Gemeinden, bei denen alle willkommen sind: Erwachsene und Kinder, Junge und Alte, Menschen mit und ohne Behinderung, Einheimische und Ausländer, Angepasste und Außenseiter, Fromme und Gottlose, Suchende und Gefundene.
  6. Attraktiv sind Gemeinden, die in einer Atmosphäre des Vertrauens Gelegenheit zum offe- nen Austausch über Sorgen und Probleme, aber auch über Gelungenes und Erfreuliches bie- ten.
  7. Attraktiv sind Gemeinden, die vom Kirchenraum und von der Liturgie her ästhetisch an- sprechend sind: sauber, gepflegt, schön, punktuell sogar künstlerisch anspruchsvoll.
  8. Attraktiv sind Gemeinden, die intern oder mit anderen (z. B. mit wachsenden) Gemeinden nicht konkurrieren und rivalisieren, sondern lustvoll-neidlos kooperieren.
  9. Attraktiv sind Gemeinden, in denen die Besucher und Mitglieder selbst über die ihnen gut tuende Distanz und Nähe frei und unbedrängt entscheiden können.
  10. Attraktiv sind Gemeinden, die man (auch wieder) verlassen kann, ohne Missstimmung, Verärgerung, Belästigung oder Vorwürfe zu ernten oder zu hinterlassen.
1-10) Attraktiv sind Gemeinden, in die man selbst gerne geht (oder gehen würde, wenn es sie gäbe), über die man deshalb auch gerne mit anderen Menschen spricht, sie dorthin einlädt oder mitnimmt. 


Ist Wachstum ein theologisch legitimes Ziel für Kirchengemeinden? Hier ein Artikel dazu.

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