Montag, 9. Mai 2016

Dankesreden

Für mich ein wichtiges Thema und ich merke, wie viel man hier falsch machen kann:

Dankesrede

Wie schon oft, bekomme ich gute Anregungen vom Rede-Trainer Skipwith per Mail. Hier ein Eintrag von ihm auf seiner Website:


Dankesreden gezielt formulieren - 7 Tipps für Führungskräfte wie es richtig funktioniert

Dankesreden sind häufig sehr langatmig und bieten wenig Unterhaltungswert. Nicht allzu selten ist das Publikum kurz vor dem Einschlafen oder nutzt die Zeit, um sich an den Abschiedshäppchen oder dem Weinangebot zu erfreuen. Die Spitze des Eisbergs: Da hat einer jahrzehntelang der Firma die Stange gehalten und kaum jemand verliert ein Wort zum Abschied. Erfreulicher ist es natürlich, wenn der Chef in seiner Rede den Ton so trifft, dass derjenige, der die Firma verlässt, echte Dankbarkeit und gerne auch ein bisschen Wehmut zu seinem Abschied verspürt. Auch die Wirkung einer Dankesrede auf die verbleibenden Mitarbeiter darf nicht unterschätzt werden.
Worin liegen die Schwierigkeiten einer Dankesrede? 
Es gibt viele unterschiedliche Ursachen dafür, warum Dankesreden den meisten Führungskräften so schwerfallen. Allen voran mangelt es an der nötigen Vorbereitung und oft hat sich der Chef keine Zeit genommen, zu überlegen, was er zum Abschied sagen möchte. Dies zeigt sich in der Qualität vieler Dankesreden. Des Weiteren messen einige Führungskräfte dem Abschied eine viel zu geringe Bedeutung zu und denken sich vermutlich: "Die geschäftliche Beziehung ist ja nun vorbei. Ich möchte nicht zurückblicken, sondern an die Zukunft denken." Zusätzlich wollen manche Chefs nicht Gefahr laufen, die Anspruchshaltung des Mitarbeiters zum Abschied zu erhöhen.
Wie gestaltet sich die Situation in Unternehmen? 
Doch es gibt auch Ausnahmen: einige Unternehmen und Vorgesetzten machen es richtig. Sie nehmen sich Zeit für die Abschiedsfeier und danken dem ausscheidendem Mitarbeiter aufrichtig – und dies auf eine spannende, emotionale und teilweise unterhaltsame Weise. Der Großteil der Unternehmen verabschiedet seine Mitarbeiter jedoch leider durch die Hintertür. Dabei übersehen viele Chefs die großartigen Chancen, die eine Abschiedsfeier oder eine Dankesrede für den Mitarbeiter bieten. Der Mitarbeiter ist auch nach dem Ausscheiden nicht aus der Welt und prägt den Ruf des ehemaligen Unternehmens auch an seinem neuen Arbeitsort mit. Glückliche Mitarbeiter – wenn auch ehemalige – sind immer ein Zugewinn für ein Unternehmen.
Wie gestalten Sie eine Dankesrede richtig? 
1. Bereiten Sie sich auf die Dankesrede vor!
Eine angemessene Vorbereitung beinhaltet vor allen Dingen die Überlegungen, welche Geschichten oder besondere Eigenschaften des Mitarbeiters Sie hervorheben möchten. Hat der ausscheidende Mitarbeiter einen über die normale Pflichterfüllung hinausgehenden Einsatz – beispielsweise in einem Projekt – geleistet? War er überaus zuverlässig? Die Erwähnung dieser Eigenschaften und Tätigkeiten weckt Emotionen beim Publikum und fesselt sie zugleich.
2. Seien Sie ehrlich und halten Sie die Rede größtenteils frei!
Nur frei vorgetragene Reden haben einen positiven Einfluss auf die Zuhörer, abgelesene Texte wirken hingegen langweilig und wenig ehrlich. Blickkontakt mit den Anwesenden wird Ihnen zudem die Aufmerksamkeit der Anwesenden sichern, da sie sich direkt angesprochen fühlen werden.
3. Übung macht den Meister: Proben Sie die Rede!
Mit einer Dankesrede verhält es wie mit einem Theaterstück: Keiner würde ein Stück auf der Bühne vortragen, ohne es vorher intensiv geprobt zu haben. Leider ist nur wenigen Menschen die Gabe gegeben, eine spontane und aufregende Rede zu halten. Aber eines ist sicher: das größte Geschenk für den ausscheidenden Mitarbeiter ist eine einfühlsame und ehrlich gemeinte Rede. Natürlich nur wenn sie gut vorbereitet ist.
4. Geschenke machen Freude!
Das Geschenk bereitet dem Mitarbeiter umso mehr Freude, wenn es etwas ist, das sich der Beschenkte gewünscht hat oder das ihn positiv überrascht. Versuchen Sie dabei etwas kreativer zu sein. Ein Blumenstrauß oder eine Flasche Wein werden dem Mitarbeiter nicht in Erinnerung bleiben, ein personalisiertes Geschenk hingegen schon. Eine gute Beziehung mit der Person ist Ihnen auch bei möglichen, späteren Berührungspunkten damit gesichert.
5. Bringen Sie Humor ins Spiel – es darf gelacht werden!
Wenn es zur Situation, zum Mitarbeiter und Ihnen passt, darf gerne auch ein Quäntchen Humor eingebaut werden. Was gibt es Schöneres, wenn trotz Abschied nochmals herzlich gelacht werden kann? In jedem Fall werden Sie das Publikum damit unterhalten und der Mitarbeiter verliert sogar ein wenig seiner Anspannung.
6. Vergessen Sie nicht die Zeit!
Eine rhetorisch gut vorgetragene Rede darf gerne 5 – 10 Minuten dauern. Wenn die eigenen rhetorischen Fähigkeiten eher gering ausgeprägt sind, sollten Sie die Rede etwas verkürzen und – zur Auflockerung – auch gerne andere Mitarbeiter sprechen lassen, die beispielsweise viel mit dem ehemaligen Mitarbeiter zusammengearbeitet haben.
7. Sorgen Sie für einen passenden Rahmen!
Eine Dankesrede für den Mitarbeiter darf insbesondere in der Schweiz im Rahmen eines Apéros stattfinden. Eine Kleinigkeit zu Trinken und zu Essen während der Abschiedsfeier zeigt die Wertschätzung Ihrerseits und des Unternehmens für den Mitarbeiter. Vielleich lädt der Mitarbeiter sogar selbst ein? Dann müssen Sie sich definitiv Zeit nehmen, an der Feier teilzunehmen. Sicherlich werden Sie dann auch gebeten, ein paar Worte zu sagen. Wenn Sie die vorherigen Punkte beachten, wird Ihnen diese Bitte sicher keinerlei Schwierigkeiten bereiten.
Was sollten Sie vermeiden? 
  • Dankesreden sollten nicht als Anlass für eine schlechte Beurteilung gesehen werden.
  • Dankesreden sollen jedoch auch nicht nur in Lobhymnen enden. Das Publikum wird solche Übertreibungen durchschauen und an dem Wahrheitsgehalt der Rede zweifeln.
  • Die Rede sollte nicht von einem Manuskript abgelesen werden.
  • Die Rede sollte sich unbedingt von einer vorherigen Rede unterscheiden, sofern mehrere Abschiede hintereinander gefeiert werden.
Geben Sie dem Publikum oder dem Mitarbeiter die Möglichkeit, sich nach der Rede noch mit Ihnen auszutauschen. Ein sofortiger Abgang ist höchst unhöflich.
Erschienen am 6. April 2016 in www.capital.de

Tipps für Dankesreden und Abschiedsreden:

Weitere Ideen aus: www.business-best-practice.de

6 Regeln für Abschiedsreden, die positiv im Gedächtnis bleiben


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business-best-practice.de
Abschiedsreden für Mitarbeiter oder Kollegen gehören sicher zu den schwierigsten Reden. Denn wie kaum eine andere Rede ist eine Abschiedsrede persönlich gehalten. Sie ist nicht nur Abschied, sondern auch Rückschau über die mehr oder weniger lange Zeit des Mitarbeiters im Unternehmen sowie die Würdigung seiner Leistungen, alles verbunden mit guten Wünschen für die Zukunft des Scheidenden.

Lesen Sie in diesem Beitrag aus dem neuen Reden-Berater, wie Sie eine gute Abschiedsrede verfassen:

Regel 1: Der Redner soll ein Vertrauter des Adressaten sein, ein positives Verhältnis zu ihm haben

Die Abschiedsrede muss persönlich und individuell gehalten sein. Es geht bei einer Verabschiedung nicht nur um die Sekretärin oder den Pförtner, die oder der den Kollegenkreis verlässt. Die Verabschiedung ist der Anlass, auch die richtige Person zum Redner zu bestimmen: Denn der Abschiednehmende und der Abschiedgebende sind quasi die zwei Seiten einer Medaille: Beide sind gleich wichtig und beide (noch) untrennbar verbunden.

Daraus folgt für die Auswahl des Abschiedsredners: Er sollte dem Adressaten verbunden sein, ein befreundeter Kollege, ein langjähriger Mitarbeiter. Und dieses positive Verhältnis sollte in der individuellen Rede auch zum Ausdruck kommen.

Empfehlung des neuen Reden-Berater: Wenn Sie gebeten werden, einen Kollegen zu verabschieden, mit dem Sie jahrelang im Streit gelegen haben, sollten Sie höflich unter einem Vorwand ablehnen und einen geeigneten Kollegen vorschlagen. Ihre Rede könnte nur frostig oder scheinheilig – auf jeden Fall peinlich – werden. Die Abschiedsrede muss also nicht unbedingt der unmittelbare Vorgesetzte des zu Verabschiedenden halten.

Regel 2: Ihre Abschiedsrede muss kurz und prägnant sein

Für diesen Anlass gilt ganz besonders, was eigentlich Grundsatz für fast alle Reden sein sollte: Sprechen Sie kurz und prägnant. In der Kürze liegt die Würze! Es ist weder erforderlich noch wünschenswert, alle Einzelheiten und Entwicklungsstufen aus dem Arbeitsleben des Adressaten aufzuzählen und hervorzuheben. Nicht ein kompletter Lebenslauf ist das Ziel, sondern es gilt, ein paar positive Glanzlichter aus der Tätigkeit der oder des zu Verabschiedenden zur Sprache zu bringen. Daraus folgt die thematische Regel Nummer 3.

Regel 3: In der Abschiedsrede sollten Sie Leistung und Persönlichkeit des Adressaten positiv würdigen

Im Grunde brauchen Sie nur vier Punkte anzusprechen:
  • Was hat der Abschiednehmende für die Firma, die Behörde, den Verein getan und zukunftsweisend bewirkt?
  • Wodurch hat er sich in der Zusammenarbeit mit Kollegen, Untergebenen, Vorgesetzten ausgezeichnet?
  • Welche hervorstechenden Charakter-Eigenschaften haben seinen Arbeitsstil geprägt?
  • Warum wird er künftig allen fehlen? 

Der Adressat soll dabei Anerkennung für seine Tätigkeit erfahren. Aber Achtung: Sie halten keinen Nachruf oder eine Gedenkrede. Der zu Verabschiedende steht ja – vielleicht gerührt, aber in bester Laune – vor oder neben Ihnen. Daraus folgt, um Nachrufstimmung zu vermeiden, die Regel 4.

Regel 4: Ihre Abschiedsrede sollte humorvoll sein

Ihre Rede ist gelungen, wenn die Anwesenden – der zu Verabschiedende eingeschlossen – mindestens ein halbes Dutzend Mal herzhaft lachen können. Sie werden also nicht nur die Bewährung des Abschiednehmenden in schweren Zeiten der Firmengeschichte beschwören, sondern auch heitere Anekdoten erzählen, ein Bonmot des Adressaten zitieren, über eine lustige Begebenheit vom Betriebsfest berichten. Auf diese Weise vermeiden Sie Beweihräucherung und übertriebenes Lob, das von den Anwesenden ohnehin als unecht und scheinheilig empfunden würde.

Um eine allzu würdige Stimmung zu vermeiden, sollten Sie sich auch an folgendes halten:

Regel 5: Ihre Abschiedsrede kann augenzwinkernd auf kleine menschliche Schwächen des Adressaten anspielen

Der Kollege oder die Kollegin ist schließlich bekannt, und alle Anwesenden kennen seine oder ihre Kanten und Ecken. Idealisierung ist also fehl am Platz; stattdessen sollte neben der Würdigung der Leistung auch eine humorvolle Andeutung kleiner Fehler erfolgen. Aber Achtung: Sie sollen hier nicht abmahnen oder alte Rechnungen begleichen. Der Adressat muss über Ihre Anspielungen lachen oder wenigstens schmunzeln können.

Regel 6: Blicken Sie auf die Zukunft des Abschiednehmenden

Schildern Sie zum Abschluss Ihrer Rede die Zukunft des Abschiednehmenden. Wie er in neuer Umgebung Wichtiges gestaltet. Oder wie er im Ruhestand lang gehegte Pläne verwirklicht (z. B. Reisen zu unternehmen, ein Buch zu veröffentlichen, ein Hobby intensiver zu betreiben, ein Ehrenamt wahrzunehmen, seine Memoiren zu schreiben, eine Nebentätigkeit zu betreiben, Auslandskontakte zu pflegen, im Verein aktiv zu werden).

Wenn Sie diese 6 grundsätzlichen Regeln beachten, kann bei der Verabschiedungsfeier eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Lesen Sie zu diesem Thema auch folgenden Beitrag:
12 praktische Tipps für Ihre Abschiedsrede

Abschiedsreden Dankesreden

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