Mittwoch, 13. Dezember 2017

Diversität

In Chile ist das Thema Diversidad - die Verschiedenheit der Geschlechter und deren Rolle ein grosses Thema. Hier zu ein Film, das dieses Thema in seiner ganzen Fülle erklärt - auch verständlich ohne Spanisch Kenntnissen



Sex Geschlecht Homosexualität Lesbisch Schwul Diversität

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Filmen mit Smartphone

"Handys" können immer mehr und nun kann man mit ihnen auch wirklich gute Filme machen. Ein Smartphone ist immer dabei und ein iPhone SE oder iPhone 6+ gibt es mit 32 GB Occasion schon um 200-250 Fr. Eine Anschaffung, die sch ja amortisiert, weil es ja nicht nur eine Kamera ist, die nur für Ferien aus dem Schrank genommen wird.

Bericht vom Tagesanzeiger

Darauf müssen Sie beim Smartphone-Filmen achten

Stativ benutzen: Judith Steiner empfiehlt, mit einem Stativ zu arbeiten. «Für das iPhone gibt es entsprechende Adapter. Weil Smartphones so leicht sind, verwackeln die Bilder noch mehr als bei anderen Kameras», sagt die Videoexpertin. Ein häufiger Fehler: Die Finger verdecken die Linse oder das Mikrofon.

Quer filmen: «Filmen Sie nie im Hochformat, gewöhnen Sie sich an, quer zu drehen. Video ist ein Längsformat, oder haben sie im Kino mal was anderes gesehen?» Hochformatige Videos können später nicht in Schnittprogrammen zusammengefügt werden.

Mikrofon-Einsatz: Wo der Ton wichtig ist – zum Beispiel bei Interviews – empfiehlt Steiner den Einsatz von externen Mikrofonen. Für das iPhone gibt es entsprechende Hardware, die man direkt über die Kopfhörerbuchse anschliesst. Für Android fehlt derzeit eine solch komfortable Lösung.

Störgeräusche verhindern: «Schalten Sie beim iPhone den Flugmodus ein, da sonst Störgeräusche auf der Aufnahme entstehen können. Diese rühren von den Funkwellen, die das Handy ausstrahlt», sagt Judith Steiner.

Speicherplatz: Beim iPhone 4S kann man nur in HD aufnehmen. Diese hochauflösenden Aufnahmen benötigen viel Platz. Wer oft filmt, sollte Modelle mit grossem Speicher wie 32 GB und mehr kaufen oder nur wenig Musik, Podcasts etc. auf dem Smartphone haben. Achtung – das Apple-Telefon stellt die Filmaufnahmen nach einer Stunde automatisch ab. Bei sehr langen Aufnahmen kann es zu Qualitätsschwankungen kommen. Bild und Ton können asynchron sein, laut Steiner ein typisches Smartphone-Problem. Gewisse Schnittprogramme haben Mühe damit, FCP X kann Bild und Ton synchronisieren und behebt das Problem.

Zooms und Schwenk: Keine Zooms und Schwenks aufnehmen! Diese Kamerabewegungen sind verglichen mit unserem Sehvermögen unnatürlich. Und meistens sehr langatmig (was den Film langweilig macht). Steiner: «Denken Sie in Bildern: Kamera hinstellen, Aufnahmeknopf drücken, zehn Sekunden laufen lassen, stoppen. Kamera neu positionieren, dasselbe nochmals.» Mal nah ran, dann weit weg. Danach werden die Shots zusammengeschnitten. Also: Der Schnitt macht den Film.

5 mal 5 als Idee für einen kurzen Clip: Fünf Bilder nacheinander, die je fünf Sekunden dauern. So kann der Filmer eine Stimmung an einem Ort auf spannende Art wiedergeben.

Auf Lichtverhältnisse achten: Bei Tagaufnahmen darf man nicht im Gegenlicht filmen, die Sonne sollte sich im Rücken des Filmers befinden, das Tageslicht muss auf das Gesicht des Protagonisten fallen.

Videos vom Smartphone auf den Computer bringen: Mit dem iPhone kann man die Aufnahmen zum Beispiel via USB mit iPhoto oder einem anderen Bildprogramm synchronisieren. Bei Android zieht man über USB einfach das Video auf die Festplatte oder kabellos beispielsweise mit Airdroid. Je nach Smartphone und Schnittprogramm müssen manchmal die Videodateien vor dem Schnitt noch konvertiert werden.

Nächster Artikel im Tagesanzeiger mit Hinweis auf die Film Schule Smovie Film mit Tageskurse für 600 Fr.



Vimeo hat einen Video Kurs Online

Ep. 1: Welcome to Mastering Mobile Video from Vimeo Video School on Vimeo.


Hinweise

Video Schnitt Filmen Smartphone Handy

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Hacker Angriffe auf Schweizer Server

Immer wieder wird behauptet, Google Drive, Dropbox & Co seien nicht sicher, man müsse Schweizer Server und Cloud verwenden. Hier einige Berichte dazu:

  • 04.12.2017: 70'000 Passwörter gestohlen. Bericht von der Bundesmeldestelle
  • 22.11.2007: Swisscom, Bluewin Server down: Wer gestern Abend www.swisscom.ch, www.bluewin.ch oder auch die Seite des Schweizerischen Fussballverbandes www.football.ch besuchen wollte, erhielt nur Fehlermeldungen wie «Zeitüberschreitung» oder «Verbindung wurde zurückgesetzt».
Hacker, Swisscom, Server, Remote Desktop

Dienstag, 5. Dezember 2017

Constanza Orbaiz

Der eindrückliche Wille von Constanza Orbaiz - ihr eigener Lebensweg und ihr Engagement für Inklusion.
Beschreibung des Lebens auf Spanisch



Vortrag bei TED mit englischen Untertitel



Behinderung Beeinträchtigung Constanza Orbaiz Inklusion

Montag, 4. Dezember 2017

Blasphemie

Darf man so über Gott reden? Natürlich kann das niemand verbieten. Auch wenn man es an der Grenze zur Blasphemie bringt, so muss wohl der eine oder andere Christ ein Lächeln unterdrücken. Und dabei sich fragen: Wie kann ich Gottes Botschaft heute direkt den Menschen sagen, die keine Ahnung von Gott haben?






Gott Alan Blasphemie Gotteslästerung Bibel Koran

Strassen von Chile

Da kommt Wehmut auf und viele Erinnerungen an unsere Zeit 2016 in Chile.



Frente a estación Tobalaba, Santiago de Chile. Vor der Metrostation Tobalaba in Santiago

Chile Santiago

Sonntag, 3. Dezember 2017

Von pub to pdf - ohne MS Publisher

Wenn man eine MS Publisher Datei hat und diese ohne das Programm und noch mit einem Mac OS zu PDF oder JPG bringen will, dann ist Feinarbeit angesagt:

Windows auf Mac
  • Virtual Maschine: vmware - diese simuliert auf dem Mac ein Windows. Das hatte ich und darauf auch ein MS Publisher - aber auch ein Corel und andere gute alte Programm von Windows - installiert. Aber vmware funktioniert nicht mehr bei mit mit Mac OS High Sierra - wie andere Programm leider auch (Scanner Canon ImageFormula DR-125W). Und das trotz einem 50 Fr. Update... D.h. Fehlanzeige





PUB Editor für Mac
  • Im Internet gibt es viele Pub to PDF Umwandler, diese gehen aber nur mit kleineren Dateien bis 50 oder max 100 MB. Meine Datei ist 250 MB
  • Im AppStore finden sich viele Programme die Pub to pdf oder jpg machen. Einige haben schlechte Bewertung = PUB Editor Pro für 48 fr.. Appstore: Suchen Pub pdf
  • Ich habe mich für Publisher Expert entschieden, für stolze 60 Fr. Ich wollte wenn schon ein Programm, mit dem ich auch noch Texte oder Bilder zur Not editieren könnte.
  • Publisher Expert kann tatsächlich die Datei öffnen und recht gut darstellen. Wobei der Import eine Weile dauert - und auch dauern darf.
  • Eine eigenen Schrift hat er nicht erkannt. Diese konnte ich aber anpassen. 
  • Bilder die nicht 90-180-270 Grad sondern etwas dazwischen gedreht wurden, wurden auf die nächste Zahl aufgerundet. Meist sah das falsch aus: Ich musst viele Bilder also wieder auf 0 Grad zurück drehen.
  • Wenige Textboxen waren etwas verzogen; das konnte ich ändern
  • Wenige Bilder waren verzogen; das  konnte ich ändern
  • Kopf- und Fusszeile lässt sich auch anpassen
  • Alle Anpassungen haben rund 45Minuten gedauert...
  • Seitenzahlen werden nicht automatisch dargestellt
  • Das PDF war zuerst rund 4x so gross. Ich musste es mit PDF dpi.150qfilter komprimieren.
  • Sodann habe ich mit Super PDF to Image Programm das PDF in einzelne JPG Dateien umgewandelt.
Alternativ könnte man auch nur einen Pub to PDF ohne Editor nehmen.
  • PUB Reader - Viewer for Microsoft Publisher, 29 Fr.
  • Auch hier dauert der Import eine Weile.
  • Hier werden die gedrehten Textboxen und Bilder richtig angezeigt. Mit Ausnahme von einigen Bilder deren Container richtig gedreht ist, aber das Bild dann doch nicht. 
  • Aber Kopf und Fusszeile und fehlende Schrift sind falsch und können NICHT verändert werden
  • Somit ist das Resultat unbrauchbar.

Windows Mac PUB PDF pub pdf jpg konvertieren convert Publisher MS

Montag, 27. November 2017

Tagesanzeiger Artikel - der zu denken gibt

 «Essen Sie, was Sie wollen»

Der deutsche Ernährungswissenschaftler Uwe Knop bezeichnet Essratgeber als Quatsch, Diät-Trends gar für gefährlich. Er plädiert, mehr auf die innere Stimme zu hören – auch wenn diese mal nach Chips und Bier ruft.



Ich habe heute Morgen ausser einem Kaffee nichts gefrühstückt. Und Sie?
Auch nur Kaffee – deren fünf.
Ist das Frühstück nicht die wichtigste Mahlzeit am Tag?
Solche vermeintlichen Wahrheiten von Ernährungsgurus sind das eigentliche Problem. Die Leute haben dann ein schlechtes Gewissen, wenn sie morgens kein ballaststoffreiches Müesli essen. Deshalb ist meine Mission: Faktenbasiert klarmachen, dass man sich keine Gedanken über solchen Quatsch machen muss, sondern 100 Prozent dem eigenen Körper vertrauen soll: Essen Sie nur dann, wenn Sie echten Hunger haben, und nur das, was Ihnen schmeckt und was Sie gut vertragen.
Faktenbasiert? Was sind das für Fakten?
Man muss zwischen der Faktenbasis und der Interpretation derselbigen unterscheiden. Es gibt Tausende von Studien in der Ernährungswissenschaft. Es handelt sich in der Regel um Beobachtungsstudien, die ausschliesslich Vermutungen aufgrund statistischer Zusammenhänge zulassen, aber niemals eine Ursache-Wirkung-Beziehung belegen. Ob es also am Kaffee liegt, dass Kaffeetrinker beispielsweise einen niedrigeren Blutdruck haben, oder aber daran, dass die Studienteilnehmer ausreichend Schlaf, mehr Sex und weniger Stress hatten, das weiss niemand. Ernährungswissenschaft kann keine Beweise liefern, nur wachsweiche Hypothesen, die nicht überprüfbar sind. Ernährungsforschung ist das moderne Glaskugellesen.
Wieso sind Sie dann Ernährungswissenschafter geworden?
Im Studium Ende der 90er-Jahre hat man nichts zur Aussagekraft von Korrelationen gelernt. Dass die meisten Ernährungsregeln unsinnig sind, habe ich erst danach gemerkt. Seither bin ich ein unabhängiger Ernährungswissenschafter, der die Ernährungswissenschaften grundlegend kritisiert – und davon gibt es nicht allzu viele.
Ihre Botschaft «Iss, was du willst» verkauft sich natürlich auch besser als der mahnende Zeigefinger zum gesunden Essen.
Ich stehe mit dieser Meinung nicht alleine da. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung räumt inzwischen ein, dass solche Beweise wohl nie erbracht werden können. Sowohl Letztere als auch ihr Schweizer Pendant sind der Ansicht, dass die Einteilung in gesunde und ungesunde Lebensmittel keinen Sinn ergibt.
Ist die Masse der Ernährungsratgeber Ausdruck von Ratlosigkeit?
Ja, aber auch das «publish or perish» spielt eine Rolle – publiziere oder verschwinde: Der Druck zu publizieren ist im Forschungsbetrieb oft hoch. Und mit den vielen Korrelationen, die man kombinieren kann, kriegt man immer ein Resultat, das irgend­einer Lobbygruppe dient oder einem Journalisten eine Schlagzeile wert ist. Das ist auch der Grund, wieso es in der Ernährungswissenschaft derart viele gegensätzliche Studien und Weisheiten gibt. Mal ist ein Glas Rotwein pro Tag gesund, mal ungesund – je nach Studie, je nach Absender, je nach Interpretation.
Wieso gibt es in der Ernährungswissenschaft keine klinischen Studien wie in der Medizin?
Weil solche plazebokontrolliert und doppelblind – weder Arzt noch Teilnehmer wissen, was sie bekommen – sein müssen. Solche Untersuchungen kann und wird es in der Ernährungswissenschaft aber nicht geben, denn Vergleichsstudien mit Plazebo-Nahrungsmitteln sind nicht realisierbar: Die Wissenschafter können nun mal niemanden doppelblind fleischlos ernähren und ein Steak-Plazebo auf den Teller legen, um zu überprüfen, ob Fleisch Diabetes oder Krebs fördert. Genauso unmöglich ist die Randomisierung, der wichtigste Aspekt bei Studien: Die zufällige Verteilung der Probanden in die Studiengruppen, damit diese vergleichbar sind. Denn sagen Sie einem Vegetarier mal, er sei jetzt 15 Jahre in der Fleischgruppe, und einem Steakfreund, er sei in die Vegetariergruppe gelost worden. Keine Chance. Man weiss daher nicht, was gesundes Essen ist. Und wird es auch nie wissen.
Was kann die Ernährungswissenschaft denn leisten?
Sie sollte die Menschen dazu ermutigen, intuitiv und selbstbewusst zu entscheiden, was auf den Teller kommt. Ausserdem sollte sie keine Pauschal­erkenntnisse mehr absondern. Im Zentrum sollte der Einzelne stehen. Jeder Mensch ist und isst anders. Nehmen wir die Ballaststoffe: Nicht jeder verträgt diese vermeintlich supergesunden, unverdaulichen Nahrungsbestandteile in den gebetsmühlenartig gepredigten Höchstmengen. Manche landen dann mit Blähungen und Krämpfen beim Gastro­enterologen. Und diese Magen-Darm-Fachärzte erzählen immer wieder, dass junge Patientinnen mit Magenproblemen ihre Empfehlungen, auf die sogenannt gesunde Ernährung zu verzichten, in den Wind schlagen: Was nicht sein darf, kann nicht sein.
Nur weil es nicht bewiesen ist, muss es nicht falsch sein. Will heissen: Im Zweifelsfall lieber ein bisschen mehr Gemüse als Chips.
Es gibt in der Ernährung keine Zweifelsfälle. Es gibt nur die eine relevante Frage: Was schmeckt mir, und was vertrage ich gut? Ob das Chips sind oder Gemüse, spielt keine Rolle. Wenn Sie viel Hunger haben, wählen Sie intuitiv kalorienreich, wenn der Magen nur leise knurrt, reichen auch oftmals ein Apfel und eine Karotte. Wenn ein Kind Brokkoli ausspuckt, dann braucht sein Körper dieses Gemüse nicht. Es wird sich die nötigen Nahrungsstoffe auf einem anderen Weg holen.

«Was ist denn zu viel? Das weiss
kein Mensch.»


Ich habe immer Lust auf Pizza und Bier. Gebe ich mich dem hin, habe ich in einem Jahr 20 Kilo Übergewicht.
Bis dato gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis, dass irgendwelche Lebensmittel oder gar einzelne Inhaltsstoffe gesunde Menschen krank oder dick machen. Und was ist denn zu viel? Das weiss kein Mensch. Das ist immer individuell. Natürlich ist es nicht gesund, sich vollzustopfen, bis man schwer übergewichtig ist. Aber niemand ernährt sich nur von Pizza und Bier. Unser Körper braucht verschiedene Nährstoffe, und wenn wir nicht essgestört sind, hören wir von selbst auf ihn.
Gibt es denn gar keine Ernährungstipps mit Anspruch auf Allgemeinverbindlichkeit? Dass Fertigprodukte ungesund sind etwa?
Nein, ausser: Wer nichts isst, stirbt. Und wer sich permanent hungerfrei den Bauch vollstopft, um seine Seele zu füttern, Stichwort Emotional Eating, der wird auch Probleme bekommen. Aber Fertigprodukte sind per se nicht ungesund, ich sehe sie als Bereicherung im Gesamtsortiment.
Was ist mit Wasser – das ist doch eindeutig gesund?
Hat man Durst, soll man trinken. Wasser ist ein gutes Getränk. Aber 2-Liter-Regeln und andere Empfehlungen sind Unfug.
Eigentlich propagieren Sie ja nichts anderes als eine ausgewogene Ernährung.
Richtig. Aber genauso wenig, wie es eine gesunde Ernährung für alle gibt, gibt es eine ausgewogene Ernährung für alle. Ausgewogene Ernährung ist eine hohle Phrase, die im Mund von Ernährungswissenschaftern schwieriger zu erreichen erscheint, als sie ist. Wir ernähren uns ja sowieso von Natur aus abwechslungsreich im Schlaraffenland Schweiz – sofern uns eben niemand dreinredet und wir denn nicht Veganer, Clean Eater, No Carber sind oder eine Paläo-Diät machen, bei der man entgegen seinen Köperbedürfnissen alles Mögliche weglassen muss. Das kann gefährlich werden.
Wieso stürzen sich die Leute immer wieder auf solche neue Ernährungstrends?
Über den Teller kann man sein Leben sehr schnell verändern und findet auch innert kurzer Zeit Anschluss an eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Diese Besser-Esser-Stile sind eine Art kulinarische Diaspora. Wie in einer Religion gibt es klare Regeln sowie eine klare Verortung von Gut und Böse. Andere fallen auf das Versprechen ewiger Gesundheit oder Schlankheit herein.
Es gibt immer weniger dicke Leute und vor allem weniger dicke Kinder – so falsch können die modernen Ernährungstipps nicht sein.
Wieder so eine Spekulation. Und was ist mit mehreren grossen aktuellen und unabhängigen internationalen Studien, die unisono zeigen, dass der Schokoladen- und Süssigkeitenkonsum von Kindern keinen Einfluss auf ihren Body-Mass-Index hat? Vielleicht hat sich ja auch unser Freizeitverhalten verändert, weniger Fernsehen, mehr Bewegung. Vielleicht essen wir generell weniger, weil wir andere Essrituale entwickelt haben. Vielleicht hat auch das permanente, konzentriert-fokussierte Handygehabe beim Nachwuchs einen Einfluss. Man weiss es einfach nicht.
Wie stehen Sie zur Zucker-Debatte: Ist die kindliche Vorliebe für Zucker angeboren oder antrainiert?
Muttermilch schmeckt süsslich, die Vorliebe für Zucker ist angeboren. Lange wurde Fett gern als der böse Bube abgestempelt, der uns krank macht. Nun ist die Reihe am Zucker. Doch Zucker ist nicht böse, wie gewisse Leute uns weismachen wollen. Unser Hirn ernährt sich ausschliesslich von Glukose, also von Zucker.
Es geht allerdings nicht um den Zucker per se, sondern um die Menge und den versteckten Zucker in Produkten.
Das sind frei erfundene Probleme, um den Menschen Angst zu machen. Es gibt in der gesamten Wissenschaft keinen einzigen Beweis, dass reiner oder zugesetzter Zucker, in welcher Form auch immer, krank oder dick macht. Auch die kritische Verzehrmenge kennt niemand. Das alles ist nicht mehr als eine kulinarische Hexenjagd. Irgendein böser Bube gehört immer aufs Schafott, und das ist aktuell der Zucker.
Sie sagen auch, dass Diäten nichts bringen.
Schlimmer noch: Sie können der Einstieg in Ess­störungen und Fettleibigkeit sein.
Ich habe mit Low Carb dauerhaft abgenommen.
Dann gehören Sie zu den weniger als 10 Prozent, die es schaffen, ihr künstlich reduziertes Gewicht zu halten. Es kommt letztlich auf die Energiebilanz an. Wenn jemand weniger Kalorien zu sich nimmt, als er verbraucht, dann nimmt er ab. Durch welche spezielle Nahrungsbeschränkung der Energiemangel zustande kommt, interessiert unseren Körper nicht. Sie könnten statt Low Carb auch die gute alte Friss-die-Hälfte-Diät machen, aber die lässt sich halt nicht so gut vermarkten. Allerdings: Menschen, die ihr künstlich reduziertes Gewicht dauerhaft halten wollen, müssen lebenslang auf die Waage achten. Diesen Effort unterschätzen die meisten – und fallen dem Jojo-Effekt zum Opfer, einem Überlebensschutz der Evolution.
Also lieber dick bleiben?
Man kann nicht sagen: Wer dick ist, hat ein Problem. Ein Drittel der adipösen Menschen hat nicht einmal eine Stoffwechselstörung, diese Leute sind von Natur aus dick. Ausserdem hängt die Definition von dick und dünn auch immer von der gesellschaftlichen Epoche ab. Leidet jemand trotzdem unter seinem Gewicht, aus ästhetischen Gründen oder weil er nach einer Treppe ins Schnaufen kommt, sollte er statt einer Diät seine Lebensgewohnheiten analysieren: Wieso sehe ich so aus, wie ich aussehe? Schlafe ich zu wenig? Esse ich aus Einsamkeit oder Frust? Bin ich gar krank? Wie sehen meine Schilddrüsenhormone und mein Kortisonspiegel aus? Die Ausbildung von Adipositas ist stets individuell multikausal bedingt, es gibt keine Standardantworten.
Es scheint fast unmöglich, seine Essgewohnheiten zu ändern – nicht nur bei Diäten. Weshalb?
Jeder kann seine Essgewohnheiten ändern. Die Frage ist, wie weit man sich dabei von seinem eigenen Körpergefühl entfernt. Wahrscheinlich sind viele schmerzvolle Änderungen gar nicht nötig. In diesem Sinne: Bleiben Sie ruhig bei Ihrem kargen Frühstück.

Diät Essen Übergewicht Adipositas Kalorien

Sonntag, 26. November 2017

Organisationen für Menschen mit einer Behinderung


Es gibt viele Organisationen wie PluSport, Pro Infirmis, Procap usw. für Menschen mit einer Behinderung. Ich suche nun den Kontakt mit Organisationen die besonders in Frauenfeld und Umgebung tätig sind und für uns als Kirche eine Relevanz haben, bzw. uns helfen können Inklusion zu leben und / oder Teilnehmende für das www.mitenand.ch Lager zu gewinnen.
  • Bildungsklub TAB Thurgau: Vielfältiges Freizeit Angebot für Menschen mit einer Behinderung in unserer Region
  • weiter folgen

Behinderung, Inklusion, Integration,

ILCH Chile

In Chile gibt es 2 Lutherische Kirchenverbände:

  • IELCH
  • ILCH
Die Spaltung dieser Kirchenverbände habe ich in meinem Chile Blog hier aufgezeigt.

Von ILCH habe ich über Facebook dieses Foto und die Namen erhalten. Es ist eines der seltenen Momente, in denen alle Pfarrer des ganzen Landes zusammen waren.


Primera Fila Pastor Hemir Ochoa de Valdivia, Pastor Miguel Núñez Los Ángeles , Pastor y Obispo Alexis Salgado de Osorno y La Unión, Pastor Eduardo Rojo de Temuco y Villarrica, pastor Siegfried Sander de Santiago, Pastor Andreas Handstein de Puerto Montt y toda la Comunidad del Sur

Segunda fila, Pastor Eduardo Silva de Llanqiihue y la Comunidad del Lago, Rodolfo Olivera pastor de Viña y Valparaíso, Walter Dümmer Presidente de la Iglesia ILCH, Pastora Hanna Schramm de Santiago, Pastor Carlos Neibirt de Frutillar y la Comunidad del Lago y Pastor Gustavo Gómez Pastor Preside de la Ielu Argentina.

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Freitag, 24. November 2017

iCloud Datensicherheit

Ein interessanter Bericht des Kassensturzes zur Datensicherheit und iCloud - uf... und ich habe voll auf Google Drive gesetzt... und das schon seit über 10 Jahren.

Die sichere Datenwolke: Cloud-Anbieter im Test 

«Kassensturz» und die belgische Konsumentenschutz-Organisation «Test Achats» haben die Gratis-Angebote von Cloud-Dienstleistern getestet. Fazit: Es gibt grosse Unterschiede beim Kriterium «Datensicherheit» und bei der Möglichkeit, Daten zu teilen. 
Es ist paradox: Damit «Kassensturz» eine «Wolke» besuchen kann, muss der Reporter zuerst durch Stollen hunderte Meter tief in den Urner Fels. Die Bunkeranlage gehörte bis vor zehn Jahren dem Schweizer Militär. Heute ist sie im Besitz der Firma Deltalis. Deltalis vermietet exklusive Serverräume als hochsichere Daten-Tresore. Die Kunden sind Industrie-Unternehmen, Banken oder eben Cloud-Dienste.

Schweiz als guter Server-Standort

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Testtabelle

Testtabelle
Hier gehts zu den detaillierten Testresultaten.
Die Abgeschiedenheit, weg von der Stadt und tief im Berg, hat für den IT-Dienstleister nur Vorteile: Die Sicherheit eines Militärbunkers mit all seinen Panzertüren und den mehrfach abgesicherten Lüftungs- und Kühlungs-Systemen ist unübertreffbar. Dazu kommt der geografische Standort in der Schweiz. Deltalis-Geschäftsführer Frank Harzheim ist überzeugt: «Die Schweiz bietet ein sehr stabiles politisches Umfeld, sehr starke Datenschutzgesetze, eine sehr starke Infrastruktur. Das macht die Schweiz zu einem der besten Länder, wo man ein Rechenzentrum betreiben kann.»
Cloud-Speicher sind weit mehr als nur externe Festplatten. Zwar kann jeder Nutzer, wie bei einer externen Festplatte auch, seine Daten bei einem Cloud-Dienst abspeichern. Dazu betreiben die Cloud-Dienste eigene Rechenzentren oder mieten selber Speicherplatz. Cloud-Dienste bieten jedoch weitere Vorteile: Daten können auf mehreren Geräten gleichzeitig genutzt werden. Verändert der Nutzer dann seine Dateien auf einem Gerät, überträgt der Cloud-Dienst diese Änderungen automatisch auf die anderen Geräte. So bleibt alles auf dem neusten Stand.
Und: Der Nutzer kann zum Beispiel Freunden oder Familienmitgliedern den Zugang zu ausgewählten Daten erlauben – die Daten also gezielt Teilen. So kann eine ganze Gruppe von Personen am gleichen Dokument arbeiten.

Zehn Gratisangebote im Test

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Wie sicher sind Clouds?

Wie sicher sind Clouds?
SRF-Digital-Redaktor Guido Berger über Datensicherheit und Datenschutz. Weiter
Der Bedarf an billigem Speicherplatz steigt stetig. Cloud-Dienste aus Übersee wie Google oder Dropbox, aber auch die Swisscom und andere Schweizer Anbieter buhlen daher mit Gratis-Internet-Speicherplatz um die Daten der potenziellen Kunden.
Für den Cloud-Anbieter-Test arbeitete «Kassensturz» mit der belgischen Konsumentenschutz-Organisation «Test Achats» und dem Westschweizer Konsumentenmagazin «A Bon Entendeur» zusammen. Im Test waren zehn Gratis-Angebote von in- und ausländischen Cloud-Diensten. Ein auf IT spezialisiertes Labor wertete den 200 Fragen umfassenden Testbogen aus. Die Hauptkriterien waren: «Angebotsvielfalt», «Sicherheit», «Teilen von Daten» und «Anwenderfreundlichkeit».
So komplex die Aufgabenstellung, so einfach die wichtigste Frage: Welches ist für durchschnittliche Nutzer der perfekte Cloud-Service? Philippe Lecocq, Autor bei «Test Achats» hat eine erstaunliche Antwort: «Der perfekte Cloud-Service ist ein Produkt, das sich so leicht bedienen lässt, dass man es gleich wieder vergisst.»

Für alle Testprodukte gab es mindestens ein «Genügend»

Das positive Fazit: Alle Gratis-Cloud-Dienste schneiden mindestens genügend ab. Cloudme erreichte 46 von 100 möglichen Punkten. Die Tester bemängelten die Sicherheit bei der Anmeldung von externen Geräten aus. «Es ist ärgerlich, dass Cloudme keinen Service vorsieht, wo man eine SMS bekommt, wenn sich jemand von einem anderen Gerät aus mit der Cloud verbindet», fasst Philippe Lecocq das Resultat zusammen.
Genügend ist auch der Schweizer Cloud-Dienst Securesafe mit seinem im Verhältnis zu den anderen Anbietern kleinen Gratis-Angebot von 100 MB. Die Betreiber betonen, ihr Dienst sei nicht darauf ausgerichtet, sondern vor allem auf maximale Sicherheit: «Wir betreiben unsere eigene Serverinfrastruktur in der Schweiz und verfügen über eine sogenannte Zero-Knowledge-Architektur, wodurch wir niemals Zugriff auf die Konten unserer Kunden haben.»
Auch Icloud von Apple schneidet bei sehr guter Sicherheit und Dokumentation gesamthaft nur genügend ab. Die Tester bemängeln, der Dienst sei für Nicht-Apple-Nutzer kompliziert. Onedrive von Microsoft überzeugt mit besonders einfacher Handhabung.

Google Drive hat die Nase vorn

Ein gutes Gesamtergebnis erreichten Mega, ein Cloud-Dienstleister aus Neuseeland, Mycloud, der Cloud-Dienst von Swisscom, sowie der französische Dienst Hubic.
Die drei Besten im Cloud-Test waren: Box mit 72 Punkten und gemeinsam mit je 79 Punkten auf dem ersten Platz Dropbox und Google Drive. Test-Autor Philippe Lecocq erklärt: «Beide haben eine einfache Handhabung. Google Drive hat einen kleinen Vorteil gegenüber Dropbox, weil es grosszügiger ist mit 15 Gigabyte Gratisspeicher gegenüber 2 GB bei Dropbox.»

Dropbox, Google Drive, iCloud Speicher VPN Server

Sonntag, 19. November 2017

Chile wählt

Zu den Wahlen in Chile werden viele kritische Stimmen wach, so auch die Problematik des Wassers. Interessant ist in diesem Film der Chilenismus "secos", spanisch für trocken. In Chile bedeutet "secos" aber auch gross, super, cool, stark.

Und genau das ist Chile nicht, was den Wasserhaushalt betrifft:




Chile Wasser, Ungerechtigkeit, Wahlen

Chile wählt

2. Beitrag, den ich zu den heutigen Wahlen in Chile gefunden habe: SRF

Michelle Bachelet tritt ab – eine Bilanz 

Chile hat sich unter der abtretenden Präsidentin Bachelet verändert. Morgen wird ihr Nachfolger gewählt. 
Audio «Chile vor einem Richtungswechsel?» abspielen.

Chile vor einem Richtungswechsel?

3:30 min, aus Echo der Zeit vom 18.11.2017
Michelle Bachelet hat als Präsidentin (2014-2017) Chiles viel erreicht – trotz Fehlleistungen und Skandalen. Nun wird am Sonntag ein Nachfolger gewählt. Klar ist: Das Land hat sich während ihrer Amtszeit gesellschaftlich geöffnet.

Bachelets Erfolge

Ehescheidung als Startschuss: Es ist kein Zufall, dass eine Frau die soziale Ungleichheit zum Thema gemacht hat. Auch nach der Einführung der Ehescheidung (2004) war der Bedarf an Gesellschaftsreformen noch gross. Chile gilt als eines der konservativsten Länder Lateinamerikas.
Abtreibungsverbot gelockert: In Michelle Bachelets Amtszeit wurde dann das totale Abtreibungsverbot aufgehoben. Jetzt sind Schwangerschaftsabbrüche in Sonderfällen möglich, nach einer Vergewaltigung etwa oder wenn die Gesundheit von Mutter und Kind auf dem Spiel steht.
Eingetragene Partnerschaften: Geregelt ist neu auch das Zusammenleben von gleichgeschlechtlichen Paaren mittels eingetragenen Partnerschaften. Bachelets Mitte-Links-Regierung will noch einen Schritt weitergehen: Sie hat dem Parlament ein Gesetz unterbreitet, das Homo-Ehen samt dem Recht auf Kinder-Adoption vorsieht.

Bachelets Misserfolge

Heikle Geschäfte: Das Ansehen der sozialistischen Politikerin ist zu Hause angeschlagen. Umfragen weisen Zuspruchswerte von lediglich 30 Prozent aus. 2015 hatte Bachelets Sohn, der Regierungsfunktionär Sebastián Dávalos, immensen Flurschaden angerichtet: Dank Insiderinformationen riss er sich rechtzeitig zur Umnutzung bestimmtes Agrarland unter den Nagel. Wenig später verkaufte er das Land mit mehreren Millionen US-Dollar Gewinn weiter.
Sebastian DavolosBild in Lightbox öffnen.
Bildlegende:Sebastian Davalos, Sohn von Michelle Bachelet, trat nach der Agrarland-Affäre als Regierungsfunktionär zurück.REUTERS 
Partei im Zwielicht: Später gerieten Persönlichkeiten von Bachelets sozialistischer Partei ins Zwielicht. Niemand hatte stärker unter der blutigen Repression von Militärdiktator Augusto Pinochet gelitten als die Linken. Und ausgerechnet ihnen war nachzuweisen, wie sie sich vom schwerreichen Bergbau-Unternehmer und ehemaligen Pinochet-Schwiegersohn Julio Ponce Lerou über Jahre hinweg hatten schmieren lassen. Dazu wurde bekannt, dass der Vizepräsident der sozialistischen Partei mit einem Drogenkartell zusammenarbeitete.
Halbes Reformprojekt: Mit der Reform, mit der die kostenpflichtige Hochschulbildung abgeschafft werden sollte, hatte sich Präsidentin Bachelet übernommen. Nicht wie versprochen alle, sondern nur 60 Prozent der Studenten aus bescheidenen Verhältnissen können heute kostenfrei studieren. Und bereits fehlt dem Staat das Geld für die Bildungsfinanzierung. Bei der Erhöhung der Unternehmenssteuern kuschte die Regierungskoalition bei einem Hinterzimmer-Deal einmal mehr vor den Banken. Die hatten bestimmt: Bis hierher und nicht weiter.
Polit-Bündnis in Brüchen: Bachelets Bündnis aus Christdemokraten und Sozialisten wirkt heute verbraucht und ist gespalten. Für die kommenden Präsidentenwahlen hat man sich nicht auf einen Einheitskandidaten einigen können.

Wie geht es weiter?

Der mögliche Nachfolger: Rechtsgerichteten Wählern sind die Reformen ein Dorn im Auge. Linksgerichteten Bürgern gingen sie nicht weit genug. Ergebnis: Die Parteien um Bachelet werden bei den Präsidenten- und Parlamentswahlen abgestraft. Was dem rechtsgerichteten Milliardär und Ex-Präsidenten Sebastian Pinera den Weg zurück an die Macht ebnen dürfte.
Hindernis Wirtschaftsordnung: Dem Bündnis fehlt und fehlte der Mut zu Korrekturen an der ultraliberalen Wirtschaftsordnung von Pinochet, die Unternehmer sind eine privilegierte Kaste geblieben, Kapital und Arbeit haben nicht annähernd gleich lange Spiesse. Damit wurde auch die Chance verschlafen, die Wirtschaft zu modernisieren.
Gebeutelte Umwelt: Mit gewaltigen Kosten für die Umwelt kratzt Chile weiter Kupfer aus dem Anden-Gebirge heraus, holzt seine Wälder ab und überfischt sein Meer. Als reiner Rohstoffproduzent überlässt Chile die Mehrwertschöpfung den anderen.

Chile wählt

Heute sind Wahlen in Chile - einem fernen und für viele fremden Land. Allenfalls bekannt als eines der "längsten und vielfältigsten Länder" der Erde. Wir haben 2016 9 Monate in Chile gelebt und gemerkt, der Schein trügt.

Hier eine Berichterstattung vom Deutschlandfunk, geschrieben vom Chefredaktor des Condor, der deutschen Zeitung in Chile, zu den Wahlen, die vieles Zusammenfasst, was wir erlebt haben.

Chile vor den Wahlen
Frust im Vorzeigeland

Knapp 20 Jahre nach dem Ende der Diktatur scheint die junge Demokratie in Chile stabil, die Wirtschaft wächst und der Lebensstandard ist gestiegen. Doch die strahlende Fassade bröckelt - und dahinter macht sich zunehmend Unzufriedenheit breit: Chile leidet unter gravierender sozialer Ungleichheit.
Von Anne Herrberg

Drei Schritte zum Rednerpult, eine schwungvolle Unterschrift, dann hält Michelle Bachelet die dunkelblaue Akte stolz dem geladenen Publikum im Innenhof des Moneda-Palastes entgegen, sie nickt und strahlt in die Kameras und winkt in die Menge.
"Vielen Dank an alle, die uns an diesem Tag unterstützen. Darauf haben die Frauen in Chile seit langem gewartet. Heute unterzeichnen wir - endlich! - das Gesetz, das es Frauen erlaubt, selbst über ihren Körper und ihre Schwangerschaft zu entscheiden - in drei entscheidenden und menschlich schwierigen Fällen."

Chilenen sind unzufrieden

Bei Gefahr für das Leben des Ungeborenen, der Mutter oder nach Vergewaltigungen sind Schwangerschaftsabbrüche nun auch in Chile erlaubt. Es war ein zähes Ringen, der Widerstand von Kirche und Konservativen enorm. Doch nun, kurz vor Ende von Bachelets Amtszeit, ist die Lockerung des absoluten Abtreibungsverbotes in Kraft: Es war ein zentrales Wahlversprechen der inzwischen 66-jährigen Sozialistin, ausgebildeten Ärztin und ersten Frau an der Spitze dieses erzkonservativen Landes.
"Ohne Zweifel: Heute ist Chile ein besseres Land geworden. Vielen Dank!"
Der Applaus tut ihr gut. Michelle Bachelet, die bereits von 2006 bis 2010 regiert hat, darf zwar nicht wieder antreten. Doch geht es in diesen Tagen auch um ihr politisches Erbe. Chile, hatte sie den Wählern zu Beginn ihrer zweiten Amtszeit vor vier Jahren angekündigt, sollte nicht nur wirtschaftlich blühen, sondern auch moderner werden, weltoffener und sozial gerechter: Das Bildungs- und Rentensystem sollten grundlegend reformiert und eine neue Verfassung erarbeitet werden - die jetzige stammt noch aus den Zeiten der Pinochet-Diktatur. Doch die Bilanz ist mau. Glaubt man den Umfragen, so sind heute 70 Prozent der Chilenen unzufrieden mit ihrer Politik - den einen war sie zu forsch, den anderen zu träge.

Hoffnung auf einen Hafen - und Touristen

Knapp 100 Kilometer von Santiago entfernt: Wie ein riesiger, eisblauer Spiegel breitet sich der Pazifik vor San Antonio aus. Am Horizont die Lastkräne des Industriehafens. In der ausladenden Bucht liegen große Frachtkähne neben schaukelnden Fischerbooten und der Glasfront des neuen Shopping-Centers. Davor, am Pier, der alte Fischmarkt. Seehunde und Pelikane lümmeln sich auf den von der Sonne gewärmten Felsen.
"Se siente, man spürt es, Guillier wird Präsident", ruft voller Optimismus das Grüppchen, das sich bewaffnet mit Flaggen und Flyern der Regierungskoalition "Nueva Mayoria" zwischen Marktständen vorwärts schiebt. Wahlkampf zwischen Sardinen, Kabeljau und Krustentieren. Alejandro Guillier ist offizieller Nachfolgekandidat der aktuellen Regierungskoalition.
"Der Hafen von San Antonio wird zum größten Containerhafen in Zentralchile ausgebaut und besser vernetzt, das wird nicht nur den Handel in Schwung bringen, sondern auch den Tourismus und den Dienstleistungssektor."
Der 64-jährige Soziologe mit grau melierten Schläfen weiß, was die Wähler hier an der Küste umtreibt - der Hafenausbau ist seit 2009 geplant, gemeinsam finanziert von Staat und privaten Investoren. Doch das Megaprojekt ist ins Stocken geraten, parallel zum Wirtschaftswachstum. Es sank von den gewohnten Rekordraten von fünf Prozent auf nur mehr zwei Prozent. Die Exporte sind eingebrochen, Investitionen ausgeblieben und die Arbeitslosigkeit gestiegen. Guillier sagt:
"Unser Problem ist, dass wir hauptsächlich Rohstoffexporteure sind. Unsere Wirtschaft hängt stark von den Schwankungen der Weltmarktpreise für Kupfer und unserer anderen Exportprodukte ab. Das ist ein strukturelles Problem: Der Schlüssel liegt in der Bildung und in der Diversifizierung. Lösungen haben wir auf den Weg gebracht."

"Der versteht was vom Geschäft"

Es stimmt: Reformen wurden angestoßen, doch vieles blieb Stückwerk. In der einstigen Hochburg der Linken glauben viele den Versprechen der Regierung nicht mehr. Auch Jonathan Varas nicht. Drei Lastwagen, fünf Angestellte und einen unbezahlten Kredit hat er, seiner kleinen Logistikfirma sind in den letzten Jahren 20 Prozent der Aufträge weggebrochen.
"Diese Regierung war nicht gut für die Wirtschaft, es gab weniger Exporte, nun haben die am Hafen auch noch gestreikt. Ich habe eine Familie zu ernähren, muss meine Rente und die Kredite abbezahlen. Wir brauchen mehr Arbeit und nicht nur schönes Gerede. Ich vertraue da mehr auf Piñera, der versteht wenigstens was vom Geschäft und weiß, wie man Investitionen und Kapital anlockt."
Zumindest hat er die besten Aussichten. Sebastián Piñera - weltweit bekannt geworden zu Beginn seiner ersten Präsidentschaft 2010, als er mit Helm und viel Pathos an der Grube von San José stand und 33 verschüttete Bergleute persönlich empfing. Heute hat er die Kameras auf den Stadtberg Cerro San Cristóbal geladen, eine grüne Oase über der hektischen Hauptstadt.  
"Wir befinden uns an einem sehr wichtigen Ort für Santiago. Seit Jahrhunderten hat er den Reisenden den Weg gewiesen. Die Mapuche-Ureinwohner nannten ihn Tupáhue, den Wächter-Berg."
Am Horizont die schneebedeckten Andengipfel, unten im Tal die Glasfronten der Geschäfts- und Restaurantviertel mit dem 300 Meter hohen Gran Torre Santiago, dem größten Wolkenkratzer Südamerikas. Eine Art Phallussymbol der chilenischen Boomjahre, für die auch Piñera steht. Nun gilt der rechtskonservative und steinreiche Unternehmer wieder als aussichtsreichster Kandidat. Heute stellt er ein Projekt zum Tierschutz vor.
"Wie Ghandi schon sagte: Man kann eine Gesellschaft daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt."

Piñera - immer auf der Gewinnerseite

Der Golden Retriever, dem er für die Kameras übers Haupt kraulen will, wendet sich knurrend ab. Und Piñera macht sich daran, die Vorgänger zu kritisieren.
"Diese Regierung hat wirtschaftlich unverantwortlich und inkompetent gearbeitet. Haushaltsdefizit und Staatsverschuldung sind hoch, das schreckt Investoren ab. Chile ist wie ein Auto mit festgezogener Handbremse, wir müssen wieder den Weg des Fortschritts und der Entwicklung einschlagen. Das bedeutet nicht nur wirtschaftliches Wachstum. Es bedeutet auch, als Land zusammenzustehen, dass es mehr Sicherheit gibt und wir gegen Gewalt und Kriminalität vorgehen. Es bedeutet aber auch, keinen Missbrauch zu dulden und die Schwächsten zu unterstützen."
Piñera ist katholisch-konservativ, aber kein Ideologe, sondern eher ein pragmatischer Geschäftsmann: Elite-Schule, Promotion in Harvard, er hielt Anteile an der größten chilenischen Fluggesellschaft, einem TV-Sender und ist bis heute am populären Fussballclub "Colo Colo" beteiligt. Den Grundstein zu seinem Vermögen legte er während der Pinochet-Diktatur - unter anderem mit der Einführung von Kreditkarten. Politisch ging er auf Distanz zu den Militärs, stimmte beim Referendum 1988 öffentlich gegen den Verbleib Pinochets im Amt.Piñera ist einer, der immer auf der Gewinnerseite steht - dafür bewunderten ihn viele, sagt Wirtschaftsphilosoph Eugenio Yañez.
"Unser neoliberales Modell sagt uns, dass Erfolg ausschließlich wirtschaftlich messbar ist. Alles ist Wettbewerb, du musst ein "Winner" sein, das ist, was zählt. Und wenn du das Geld gerade nicht hast, dann zahlst du eben in Raten. Wenn eine Kreditkarte gesperrt ist, wird die nächste belastet - und so weiter. Dafür gibt es ein eigenes Wort: das Fahrradprinzip. 80 Prozent der Chilenen sind verschuldet."

Neoliberalismus - Erbe der Diktatur

In Chile regiert der Kapitalismus stärker als anderswo - auch das ist ein Erbe der Militärdiktatur Augusto Pinochets. 1973 sollte nicht nur die sozialistische Regierung von Salvador Allende ausgelöscht werden, sondern auch ihre Idee von Umverteilung und sozialer Gerechtigkeit. Die Chicago Boys, chilenische Anhänger des US-Ökonoms Milton Friedman, sorgten für die Privatisierung nahezu aller Wirtschaftsbereiche und reduzierten die Rolle des Staates auf ein Minimum. Chile wurde zu einem Experiment des Neoliberalismus, weit über das Ende der Diktatur 1990 hinaus. Und es galt damit lange als Vorzeigeland Südamerikas: Keiner der Nachbarstaaten ist in den letzten 25 Jahren so sehr gewachsen. Unternehmen schwören auf den sicheren Investitions-Standort, Inflation und Arbeitslosigkeit waren gering. Doch heute sagen selbst Konservative wie der Wirtschafts-Philosoph Yañez:
"Wenn eine Metapher erlaubt ist: Für mich ist Chile wie ein schönes und bunt angestrichenes Haus. Wenn man von außen draufblickt, scheint alles perfekt. Aber drinnen sieht es ganz anders aus."
Chile ist der OECD-Staat mit der größten sozialen Ungleichheit. Heute besitzt ein Prozent mehr als ein Drittel des Reichtums des Landes. Während 14 von Hundert Chilenen unter der Armutsgrenze leben. Als Mittelschicht gilt dagegen bereits, wer den staatlichen Mindestlohn von umgerechnet rund 330 Euro verdient - bei Lebenshaltungskosten ähnlich der in Deutschland. Davon kann niemand leben.
Ein klapperndes Wellblech als Dach, eine aus Paletten, Planen und alten Türen zusammengezimmerte Wand, die Straße im Sommer staubig, im Winter matschig. Statt eines Autos gilt hier schon ein Pferdekarren als Luxus - das ist der Alltag von Gloria Gonzalez. Sie lebt weit weg vom glitzernden Zentrum Santiagos: in Las Islas am Stadtrand.

Prekäre Armensiedlungen ohne Strom

"Ich bin hier hergekommen, weil ich nirgendwo sonst hinkonnte. Wir lebten auf einer Parzelle, der Besitzer starb - und wir mussten gehen."
Eine Mietwohnung kann sich Gloria Gonzalez von ihrem Putzfrauenlohn nicht leisten. Wie rund 120.000 Menschen im 17 Millionen-Einwohnerland Chile lebt sie nun in einem Campamento, wie diese prekären Armensiedlungen genannt werden. Ohne fließendes Wasser, der Strom wird abgezwackt, der Müll selbst verbrannt. Seit zehn Jahren wartet Gloria nun schon auf eine Sozialwohnung, für die sie der angrenzenden Gemeinde bereits eine Anzahlung leisten musste. Tag und Nacht hat sie dafür geschuftet. Nun leidet die 56-Jährige unter Faser-Muskel-Schmerzen - das hatte gerade noch gefehlt.
"Wenn jemand krank wird, muss man Wunder vollbringen. Eine private Sprechstunde kann ich mir nicht leisten, und im öffentlichen System halten sie dich am Leben. Mehr nicht. Die Wartezeiten sind ewig lang. Mein Vater zum Beispiel hatte Prostatakrebs, aber er ist gestorben, bevor er einen Termin beim Spezialisten bekam. Die Leute sterben im Wartezimmer, das ist eine Schande."
Chile ist eines der wenigen Länder weltweit, das sein Sozialversicherungssystem fast vollständig privatisiert hat: Gesundheit, Bildung und auch die Renten - alles ist ein Geschäft, daran haben auch die angestoßenen Reformen der Regierung Bachelet wenig verändert. An den horrenden Gebühren verdienen vor allem die Banken. Wer sich nicht selbst helfen könne, rutsche ab, sagt Gloria - der Wind trägt die Musik eines Gottesdienstes herüber, besonders evangelikale Gemeinden haben hier am Stadtrand Zuwachs.

Korruption und Vetternwirtschaft blühen

Die Politiker schaufelten sich doch ohnehin nur in die eigene Tasche, schimpft auch ihre Nachbarin Pamela Aucares. Zuletzt wurden immer mehr Korruptionsfälle bekannt. Sechs bis acht Familienkonzerne, die die chilenische Wirtschaft quasi unter sich aufgeteilt haben, haben Politiker jeglicher Couleur geschmiert. Selbst Bachelets eigener Sohn war in einen Skandal um Vetternwirtschaft verwickelt. Gloria und Pamela schütteln den Kopf. Das Vertrauen in die Politik haben sie längst verloren.
"In diesem Land geben die Mächtigen uns armen Familien keine Chance. Unsere Kinder sollen sich nicht weiterentwickeln, seien wir doch mal ehrlich. Weil sie Angst davor haben, dass die Armen aufsteigen. Denn sie brauchen uns doch als billige Arbeitskräfte, denen sie einen Hungerlohn zahlen können, während sie sich einen schönen Lenz machen. Und wenn du dein Recht einforderst, dann schmeißen sie dich raus."

Proteste und Bürgerbewegung ändern nichts

Gonzalo Winter hat sich Wasserwerfern, Tränengas und Polizeiknüppeln entgegengestellt - wie viele andere Studenten auch, die seit 2011 für kostenlose Bildung und ein gerechteres Sozialsystem protestieren. Gonzalo ist 30, hat Jura studiert, auf den vierstelligen Kredit, den er aufnahm, um die umgerechnet fast 5.000 Euro pro Semester zahlen zu können, gab es sechs Prozent Zinsen. Er ist bis heute verschuldet - dazu kommen die monatlichen Beiträge für die private Rente.
Deswegen steht Gonzalo heute mit 50 anderen Freiwilligen, mit Pauken und Trompeten vor dem Präsidentenpalast La Moneda - Dreh für einen Wahlkampfspot des "Frente Amplio", einer Bürgerbewegung, die die Regierungskoalition von links herausfordert. Gonzalo kandidiert fürs Parlament.
"Der Frente Amplio ist aus den Bürgerprotesten der letzten Dekade gegen dieses System hervorgegangen. Wir haben alle genug von der Art, wie Politik bisher betrieben wird. Aber trotz jahrelanger Proteste sind die Gesetze die gleichen geblieben. Es gab zwar einige Reformen, aber die einzigen, die einen grundlegenden Wandel fordern, sind wir. Wenn man gegen die Strukturen kämpfen will, dann innerhalb der Institutionen."

Mitte-Links-Parteien zersplittert

Seit Ende der Militärdiktatur stehen sich in Chile nur zwei große Parteienbündnisse gegenüber. Auf der einen Seite die rechtsgerichteten Konservativen - auf der andere die Concertación, was wörtlich übersetzt "Absprache" bedeutet. Daraus wurde ab 2013 Michelle Bachelets Mitte-Links-Koalition Nueva Mayoria, die "Neue Mehrheit". Das Bündnis - in dem von Christdemokraten bis Kommunisten ein enormes Spektrum vertreten war, erwies sich als träge und ist zerstritten - so haben sich die Christdemokraten mit einer eigenen Kandidatin abgespalten.
"Die Concertación und ihr Nachfolger, die Nueva Mayoria, waren das erfolgreichste politische Projekt der Demokratie. Sie haben die Stabilität garantiert, aber eben auch ein Fortbestehen der Eliten und des neoliberalen Wirtschaftsmodells der Diktatur mit Klüngel und Korruption. Damit haben sie sich immer weiter von den Bürgern entfernt, und daran scheitern sie gerade."
Viele Gründungsmitglieder der Frente Amplio gehören einer neuen Generation an, die nach dem Ende der Diktatur aufgewachsen ist. Sie fordern ein neues Wirtschaftsmodell, mehr Bürgerbeteiligung, einen neuen Sozialpakt. Manche vergleichen sie mit linkspopulistischen Parteien wie Podemos in Spanien - auch in dem Sinne, dass die Bewegung im Grunde eher den Rechtskonservativen in die Hände spielen könnte. Je zersplitterter das Mitte-Links-Spektrum, umso mehr Stimmen für Piñera. Der führt die Umfragen deutlich an - der Zweitplatzierte, Mitte-Links-Kandidat Guillier, hätte in einer Stichwahl nur dann eine Chance, wenn ihn die Frente Amplio unterstützen würde - doch dazu möchte sich deren Spitzenkandidatin Beatriz Sanchez noch nicht äußern.

Die Vergangenheit lastet schwer

"Die Frage ist: Wollen wir Chile verändern und endlich das Erbe der Diktatur abschütteln oder nicht. Mit der Nueva Mayoria treten wir weiter auf der Stelle. Und Sebastian Piñera bedeutet einen enormen Rückschritt, selbst wenn man die kleinen Reformen betrachtet, die es gegeben hat. Wir sind in den letzten 20 Jahren einem Rezept gefolgt, in dem die immer gleiche Elite die Regeln festgesetzt hat - aber dagegen regt sich Protest. Das kann man nicht mit Geld regeln oder mit Gewalt unterdrücken. Die Lösung ist eine Politik, die alle mit einbezieht, in einem offenen und ehrlichen Dialog. Das fehlt in Chile."
Das Erbe der Vergangenheit lastet bis heute schwer auf dem Land. Die Gräben, die sich durch die Gesellschaft ziehen, sind groß - die Probleme vielschichtig. Chiles zukünftige Regierung steht vor der großen Herausforderung, das Vertrauen in die Politik zurückzugewinnen.