Mittwoch, 25. September 2019

Bekenntnis

Wir Reformierten in der Schweiz sind stolz Bekenntnis-frei zu sein. Das heisst aber nicht, dass wir kein Bekenntnis haben. Es ist jedoch keine runtergeleirter Text, sondern soll immer wieder mit dem eigenen Glauben reflektiert werden.


Apostolikum
Credo von Kappel (2008)
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tag auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige, allgemeine Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Ich vertraue auf Gott,
der Liebe ist,
Schöpfer des Himmels und der Erde.
Ich glaube an Jesus,
Gottes menschgewordenes Wort,
Messias der Bedrängten und Unterdrückten, der das Reich Gottes verkündet hat
und gekreuzigt wurde deswegen, ausgeliefert wie wir der Vernichtung,
aber am dritten Tag auferstanden,
um weiterzuwirken für unsere Befreiung, bis Gott alles in allem sein wird.
Ich vertraue auf den heiligen Geist,
der in uns lebt,
uns bewegt, einander zu vergeben,
uns zu Mitstreitern des Auferstandenen macht, zu Schwestern und Brüdern derer,
die dürsten nach der Gerechtigkeit.
Und ich glaube an die Gemeinschaft der weltweiten Kirche,
an den Frieden auf Erden,
an die Rettung der Toten
und an die Vollendung des Lebens über unser Erkennen hinaus.

Dem Kappeler Credo liegt ein Gedicht des Berner Pfarrers und Lyrikers Kurt Marti zugrunde. Marti, der vor kurzem seinen 90. Geburtstag feiern konnte, hat dieses Gedicht 1985 geschrieben. Er hat es der Initiativgruppe geschenkt und ihnen erlaubt seinen Text zu bearbeiten. Marti übernimmt die Struktur des apostolischen Glaubensbekenntnis, jenes Bekenntnis, das zum Beispiel in den lutherischen Gottesdiensten jeden Sonntag gemeinsam gesprochen wird. Gott der Schöpfer kommt vor, Jesus Christus, der heilige Geist und die Kirche als Gemeinschaft. Marti hat das apostolische Bekenntnis in dichterischer Freiheit variiert, aktualisiert und literarisch verändert. Jahre später ist dieses Gedicht, so könnte man sagen, nun durch eine klösterliche Schreibwerkstatt gegangen. Was daraus geworden ist: ein gut sprechbares Bekenntnis, das in der Liturgie unserer Gottesdienste eingesetzt werden kann. Ende Jahr 2008 wurde dieses Credo zum ersten Mal feierlich in einem Gemeindegottesdiest gesprochen. Als Credo von Kappel ist es nun auf der Reise, um uns Reformierte zum Nachdenken anzuregen. Als reisendes Bekenntnis ist es heute Gast bei uns und wir wollen hören was dieser Gast uns zu sagen hat.


Gedicht von Kurt Marti, 1985
Credo von Kappel (2008)
Ich glaube an Gott

der Liebe ist

den Schöpfer des Himmels und der Erde
Ich glaube an Jesus

sein menschgewordnes Wort

den Messias der Bedrängten und Unterdrückten der das Reich Gottes verkündet hat

und gekreuzigt wurde deswegen

ausgeliefert wie wir der Vernichtung des Todes aber am dritten Tag auferstanden

um weiterzuwirken für unsere Befreiung

bis dass Gott alles in allem sein wird
Ich glaube an den Heiligen Geist
der uns zu Mitstreitern des Auferstandenen macht zu Brüdern und Schwestern derer

die für Gerechtigkeit kämpfen und leiden.
Ich glaube an die Gemeinschaft

der weltweiten Kirche

an die Vergebung der Sünden

an den Frieden auf Erden für den zu arbeiten Sinn hat
und an die Erfüllung des Lebens über unser Leben hinaus.

Ich vertraue auf Gott,
der Liebe ist,
Schöpfer des Himmels und der Erde.
Ich glaube an Jesus,
Gottes menschgewordenes Wort,
Messias der Bedrängten und Unterdrückten, der das Reich Gottes verkündet hat
und gekreuzigt wurde deswegen, ausgeliefert wie wir der Vernichtung,
aber am dritten Tag auferstanden,
um weiterzuwirken für unsere Befreiung, bis Gott alles in allem sein wird.
Ich vertraue auf den heiligen Geist,
der in uns lebt,
uns bewegt, einander zu vergeben,
uns zu Mitstreitern des Auferstandenen macht, zu Schwestern und Brüdern derer,
die dürsten nach der Gerechtigkeit.
Und ich glaube an die Gemeinschaft der weltweiten Kirche,
an den Frieden auf Erden,
an die Rettung der Toten
und an die Vollendung des Lebens über unser Erkennen hinaus.

Lesung: Auswahl neutestamentlicher Bekenntnistexte
Gefunden in der Ref Kirche Winterthur - Dazu eine Predigt

Jesus spricht von der unermesslich grossen Zuwendung Gottes zu uns Menschen:
Gott lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Matthäus 5, 45

Grundlegende Glaubensworte leiten das Evangelium nach Johannes ein:
Im Anfang war das Wort, der Logos, und das Wort war bei Gott,
und Gottes Wesen war das Wort. ... Und das Wort, der Logos, wurde Fleisch und wohnte unter uns,
und wir schauten seine Herrlichkeit,
eine Herrlichkeit, wie sie ein Einziggeborener vom Vater hat, voller Gnade und Wahrheit.
Johannes 1, 1 + 14

Der Apostel Paulus bekennt:
Ich bin mir gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten,
weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf
vermag uns zu trennen von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. Römer 8, 38 + 39

Ein Bekenntnis auch aus dem Römerbrief in Kürzestform:
„Wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr, der Kyrios, ist, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden.“
Römer 10, 9

Christlicher Glaube wäre kraft- und sinnlos ohne das Wort vom gekreuzigten Christus:
„Das Wort vom Kreuz ist Torheit für die, die verloren gehen,
für die aber, die gerettet werden, für uns, ist es Gottes Kraft. ...
Wir verkündigen Christus den Gekreuzigten – für die Juden ein Ärgernis,
für die Heiden eine Torheit; für die aber, die berufen sind, Juden wie Griechen, Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“
1. Korinther 1, 18 + 23, 24

Der Apostel Johannes formuliert in konzentrierter Aussage:
Wir haben geschaut und bezeugen,
dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt.
Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist,
in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott.
Und wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und ihr geglaubt. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott
und Gott bleibt in ihm.“
1. Johannes 4, 14 – 16

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