Dienstag, 7. Oktober 2008

Vogelschau aus biblischer Sicht

Gefunden bei www.thejunction.de

Auf die Erde geschaut aus der göttlichen Vogelperspektive. Das kreative KollektivThe Glue Society um Gary Freedman, Jonathan Kneebone und James Divemacht es möglich. Mit der Fotoinstallation God’s Eye View werfen sie mittelsGoogle Earth einen Blick auf vier Schlüsselszenen der biblischen Geschichte:

Adam und Eva im Garten Eden,

Adam und Eva im Garten Eden,
die Arche Noah,

die Arche Noah,
die Teilung des Roten Meeres

die Teilung des Roten Meeres
und die Kreuzigung Jesu.

und die Kreuzigung Jesu.

Die täuschend echten Satellitenbilder sind im letzten Jahr von Eric Romano für dieMiami Pulse Contemporary Art Fair in Auftrag gegeben worden und erregten viel Aufsehen. James Dive von The Glue Society über die Arbeit:

We like to disorientate audiences a little with all our work. And with this piece we felt technology now allows events which may ore may not have happened to be visualized and made to appear dramatically real.”

Der heutige Betrachter wird in eine Verwirrung gezwungen, weil er an die Authentizität der Satellitenfotografie gewöhnt ist, dies aber mit den dargestellten Szenen nicht vereinbaren kann. Täuschende Fotografie gibt es schon lang (ein esoterisches Beispiel hier). In diesem Fall ist sie nur dem technischen Fortschritt angepasst. Früher hieß es Betrug, jetzt heißt es Kunst. Erneut stellt sich die nimmermüde Frage: “Können wir glauben, was wir sehen?”

Was diese Arbeit besonders macht, ist das Spiel mit dem Glauben auf zwei verschiedenen Ebenen; dem Glauben an die Religion und dem Glauben an die Wissenschaft. Der Glaube an die Religion wird ausführlich im Kommentarthreadeines Artikels über God’s Eye View bei der Creative Review diskutiert, doch auch der Glaube an die Wissenschaft bröckelt. In diesem Fall der Bibelfotografie legitimiert die Wissenschaft unbewiesene Ereignisse durch ihre fotografische Darstellung. Sie demaskiert sich selbst als trügerisch. Weder Religion noch Wissenschaft bieten Halt, es sei denn, man glaubt daran.

Weitere Serien von Satellitenbildern sind geplant. Es sollen Szenen aus der Mythologie und historische Großereignisse “fotografiert” werden. Man darf gespannt sein.

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