Freitag, 6. Mai 2011

Arbeit und Pensionierung

Neulich bei einer Pensionierung gehört - fand es treffend (nicht nur) für einen Workaholic...


Liebhaber der Arbeit

Für einen, der die Arbeit liebt,
ist Pension nicht leicht.
Er fürchtet, dass im Müßiggang
das Hirn langsam erweicht.
Für einen, der die Arbeit liebt,
ist Zeitdruck Fiktion,
Adrenalin Frühstücksersatz
und Stress ein Glückshormon.
Für einen, der die Arbeit liebt,
wird Ruhestand schnell Last.
Er fühlt im eignen Leben sich
als ungebet’ner Gast.
Für einen, der die Arbeit liebt,
ist es unvorstellbar,
dass er von nun an Urlaub hat
und das nun Jahr um Jahr...
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Was immer du in Angriff nahmst,
es hatte Hand und Fuß,
so mach nun aus dem Ruhestand
auch einen Hochgenuss!
Fehlt dir der Stress, geh in die Stadt!
Setz dich dem Lärm dort aus,
und kehre dann glücklich gestresst
wieder zurück nach Haus!
Adrenalin gibt es umsonst
auf Deutschlands Autobahnen,
man muss die Fahrten nur geschickt
zum Ferienanfang planen.
Wer Urteilskraft und Denkvermögen
gezielt erhalten will,
dem bleibt schließlich noch eins zu tun:
Fernseher auf den Müll!
So präpariert kannst du den Tag
ganz neu für dich erfinden
und den Verlust der Arbeit auch
problemlos überwinden.
Dann wir dein Tag sein wie ein Buch
mit unbeschrieb’nen Seiten,
die dich zu täglich anderen
Versuchungen verleiten.
Was immer du verschoben hast,
es wartet vor der Tür.
Was immer du noch machen wolltest:
jetzt ist die Zeit dafür!
Und fällt dir mal an einem Tag
partout nichts andres ein,
dann schau doch einfach bei uns, die wir
schuften müssen, rein!
Renate Eggert-Schwarten

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