Montag, 22. Mai 2017

Antiproduktivität

Genialer Ansatz Bericht NZZ

Hier ein Auszug

Das Automobil. Keine Frage, gegenüber dem Fussmarsch oder der Pferdekutsche war es ein Quantensprung in Sachen Effizienz. Statt mit 6 km/h durch die Gegend zu spazieren oder mit 15 km/h über Stock und Stein zu ruckeln, schafft man heute locker 160 Kilometer auf der (deutschen) Autobahn. Und das ganz ohne Anstrengung. Selbst wenn Sie nicht immer freie Fahrt haben: Wie hoch, glauben Sie, ist die effektiv erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit Ihres Autos?
Schreiben Sie die Schätzung an den Papierrand, bevor Sie weiterlesen.
Wie sind Sie bei der Berechnung vorgegangen? Sie haben die jährlich gefahrenen Kilometer durch die geschätzten jährlichen Betriebsstunden Ihres Autos geteilt. Das ist übrigens die Berechnung, die jeder Bordcomputer liefert. Bei meinem Rover Discovery sind das rund 50 km/h. Doch diese Berechnung ist falsch. Man muss nämlich auch in Betracht ziehen: A) die Arbeitszeit, die man aufwendet, um das Auto zu bezahlen, B) die Arbeitszeit, die man aufwendet, um die Versicherung, den Unterhalt, das Benzin und die Parkbussen zu finanzieren, C) die Zeit, die man auf der Fahrt zur Arbeit für A und B aufwendet, inklusive Staus.
Genau das hat der katholische Priester Ivan Illich für Autos in den USA getan. Das Ergebnis? Ein amerikanisches Auto erreicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von gerade einmal 6 km/h – also Fussgängergeschwindigkeit. Das war in den 1970er Jahren, als die USA 40 Prozent weniger Einwohner verzeichneten als heute und gleich viele Autobahnen. Heute wird die Durchschnittsgeschwindigkeit mit Sicherheit noch tiefer als 6 km/h liegen.
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