Montag, 8. Dezember 2014

Wo ist Gott

Einige Texte, die ich aufgeschnappt habe:

Es waren zwei Mönche, die lasen miteinander in einem alten Buch, am Ende der Welt gebe es einen Ort, an dem der Himmel und die Erde sich berühren. Sie beschlossen, ihn zu suchen und nicht umzukehren, ehe sie ihn gefunden hätten. Sie durchwanderten die Welt, bestanden unzählige Gefahren, erlitten alle Entbehrungen, die eine Wanderung durch die ganze Welt fordert, und alle Versuchungen, die einen Menschen von seinem Ziel abbringen können. Eine Tür sei dort, so hatten sie gelesen. Man brauche nur anzuklopfen und befinde sich bei Gott. Schließlich fanden sie, was sie suchten. Sie klopften an die Tür. Bebenden Herzens sahen sie, wie sie sich öffnete. Uns als sie eintraten, standen sie zu Hause in ihrer Klosterzelle. Da begriffen sie: Der Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren, befindet sich auf dieser Erde - an der Stelle, die uns Gott zugeweisen hat.
Autor unbekannt

Ein Kind fragt seine Mutter: „Der Himmel ist doch da oben, oder?“ – und es zeigt in die Luft. „Welchen Himmel meinst du?“, fragt die Mutter. „Na, den Himmel!“ „Meinst du den Himmel, an dem die Wolken sind und wo die Flugzeuge fliegen?“, fragt die Mutter geduldig weiter. „Nein, den richtigen Himmel“, antwortet das Kind, „wo die Engel sind.“ Da sagte die Mutter: „Der Himmel, den du meinst, ist dort, wo Gott ist, und Gott ist überall. Deshalb ist auch der Himmel nicht irgendwo über uns, sondern überall – in uns und um uns herum. Wir können ihn nur noch nicht sehen, weil Gott uns zuerst andere Augen und ein anderes Herz geben muss.“
Gerhard Lohfink

Halt an, wo laufst du hin?
Der Himmel ist in Dir!
Suchst du Gott anderswo,
du fehlst ihn für und für.
Angelus Silesius, Theologe aus dem 17. Jahrhundert

 Zwei Lastkutscher kamen mit vollgeladenen Eselkarren einher. Die Wege waren verschlammt, und die beiden Karren fuhren sich fest. Einer der beiden Kutscher war fromm. Er fiel dort im Schlamm auf die Knie und begann, Gott darum zu bitten, er möge ihm helfen. Er betete, betete ohne Unterlass und schaute zum Himmel. Währenddessen fluchte der andere wütend, arbeitete aber. Er suchte sich Zweige, Blätter und Erde zusammen. Er schlug auf den Esel ein. Er schob am Karren. Er schimpfte, was das Zeug hielt. Und da geschah ein Wunder: Aus der Höhe stieg ein Engel nieder. Zur Überraschung der Kutscher kam er jedoch demjenigen zur Hilfe, der geflucht hatte. Der arme Mann war ganz verwirrt und rief: „Entschuldige, das muss ein Irrtum sein. Sicher gilt die Hilfe dem anderen.“ Aber der Engel sagte: „Nein, Gott hilft dem, der arbeitet.“
Bischof Helder Camara, Brasilien

Links Richtung Himmel, rechts Richtung Erde – wer diesen Wegweisern folgt, wird in die Irre gehen. Ein Entweder-Oder gibt es nicht: „Mein Himmel wird sich auf Erden ereignen. Ja, ich will meinen Himmel damit verbringen, auf Erden Gutes zu tun.“
Therese von Lisieux

Wo ist Gott

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